Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind nach wie vor ziemlich hoch. In der Tendenz sind sie aktuell allerdings eher rückläufig. Daher haben Bund und Länder – nach gut zwei Jahren mit Corona-Schutzmaßnahmen – erste Lockerungen beschlossen. Entwarnung geben sie allerdings noch nicht.

Auf dem Bund-Länder-Treffen in Berlin haben Kanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsident*innen erklärt, dass bis zum 19.03.2022 fast alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auslaufen sollen. Gelockert wird in zwei Schritten. Zunächst werden die Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene im Privaten komplett gestrichen. Im Einzelhandel fällt die 2-G-Regel bundesweit weg. Shopping ist dann ohne Impfpass, Genesenen-Nachweis oder Test möglich. Einzig erhalten bleibt uns die Maskenpflicht in Läden, sagt Jakob Vogel aus dem Deutschlandfunk-Nova-Team.

"Dann ist wirklich wieder shoppen für alle ohne Impfpass, Genesenen-Nachweis oder Test möglich."
Jakob Vogel, Deutschlandfunk Nova

Wann die Beschlüsse umgesetzt werden, legt jedes Bundesland allerdings selbstständig fest. Eine bundeseinheitliche Vorgehensweise gibt es daher nicht. Der zweite Beschluss aus dem Bund-Länder-Treffen betrifft Hotel, Gastronomie und Freizeit.

Restaurants: Aus 2-G wird wieder 3-G

Demnach können ab 4. März wieder alle ins Restaurant gehen. Aus 2-G wird wieder 3-G. Voraussetzung für den Gaststättenbesuch bleibt jedoch mindestens ein tagesaktueller, negativer Corona-Test. Für Großveranstaltungen gilt die 2-G-Regel. Es dürfen mehr Leute als bisher daran teilnehmen: im Innenbereich bis zu 6.000, im Außenbereich – zum Beispiel in Stadien – bis zu 25.000 Menschen.

Am 20. März greift die dritte Stufe. Ab dann dürften alle tiefgreifenden Maßnahmen fallen, "wenn die Lage in den Kliniken es zulässt", schränkt Jakob Vogel ein. Bund und Länder schauen am 17. März, ob das möglich ist oder nicht.

Kein "Freedom-Day" in Deutschland

Von einem Freedom Day, der in anderen Ländern ausgerufen wird, kann in Deutschland noch keine Rede sein, meint unser Reporter. Denn Basisschutzmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung wird es weiterhin geben. Die Maskenpflicht in Innenräumen, in Bussen und Bahnen sowie Testpflicht werden auch weiterhin Alltag sein. Die Rechtsgrundlage dafür muss noch geschaffen werden, sagt Jakob.

Dass die Pandemie nach den Lockerungen nicht einfach verschwindet, liegt auf der Hand. Corona bleibt, sagen Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Für einige Menschen ist die Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus gefährlich. Die Regierung setzt daher weiter auf eine möglichst flächendeckende Immunisierung.

Der Plan ist, dass eine Impfpflicht – wie immer sie dann aussehen wird – ab Herbst greifen soll. Olaf Scholz betont, dass sie dann notwendig sein wird, wenn das Wetter wieder kälter wird.

Omikron-Welle flacht ab

Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist in Deutschland überschritten, erklärte jüngst Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Ein Blick auf die Inzidenzen bestätigt, dass die Zahlen seit einigen Tagen rückläufig sind. Aktuell (17.02.2022) liegt der Wert bundesweit bei 1385,1.