Erst heißbegehrt – jetzt bleibt er immer häufiger liegen: Die Rede ist von dem Corona-Impfstoff. Einige Länder wollen die überschüssigen Dosen jetzt zurück an den Bund schicken.

Nun muss man endlich nicht mehr lange warten, aber auf einmal scheint keiner mehr zu wollen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist doppelt geimpft – aber das reicht noch nicht zur Herdenimmunität. Der Impfstoff ist da – bleibt teilweise aber liegen, wodurch die Kommunen und Länder jetzt nach Lösungen suchen, damit er nicht verfällt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Länder ihre überschüssigen Impfdosen wieder loswerden können. Die Herausforderung liegt darin, sie sinnvoll umzuverteilen und das noch vor dem Ablaufdatum. Wie viele Impfdosen derzeit ungenutzt sind, lässt sich schwer sagen. Der Bund spricht von wenigen 10.000 Dosen, die Länder machen unterschiedliche Angaben.

"Das Problem ist wohl insgesamt noch so neu, dass es noch keine eingespielten Wege gibt."
Gudula Geuther, Deutschlandfunk Hauptstadtstudio

Eine Möglichkeit ist die Umverteilung in der unmittelbaren Umgebung. Wenn zum Beispiel ein Impfzentrum zu viel Impfstoff hat, kann es das an ein nahe gelegenes Impfzentrum weitergeben. Das ist mit logistischen Herausforderungen verbunden und muss gut koordiniert werden. Denn das Impfzentrum, beziehungsweise das Land, an das die Impfdosen weitergegeben werden, sind darauf angewiesen, dass der Impfstoff in tadellosem Zustand ankommt. Das bedeutet, dass die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf und die Dosen auch keinen sonstigen Schaden nehmen. Darüber hinaus haben die Vakzine, je nach Stoff, nur eine Haltbarkeit von einem bis sechs Monaten.

Eine weitere Möglichkeit, mehr Impfstoff zu verteilen, sind niedrigschwellige Impfaktionen. Die gab es bereits in der Vergangenheit – zum Beispiel vor Baumärkten oder in Impfbussen. Doch auch das muss organisiert werden und fiele im Zweifel in den Zuständigkeitsbereich der Kommunen.

Als dritte und neue Möglichkeit planen die Bundesländer, die Impfdosen an den Bund zurückschicken. Dieser soll im Idealfall den Impfstoff an Länder schicken, die noch unterversorgt sind, wie zum Beispiel Entwicklungsländer. Damit soll im August begonnen werden.