In Deutschland sind sie Branchenprimus - im Ausland gibt es noch aber viele Fans zu gewinnen. Also fährt der FC Bayern München zur Saisonvorbereitung in die USA. Und die Bayern sind nicht der einzige deutsche Verein im Auslandsurlaub.

Schweinsteiger, Lahm und Neuer: Sie sind Stars und das nicht nur bei uns, auch im Ausland. Und so macht es nur Sinn, dass viele Bundesligavereine unterwegs sind, bevor die Saison wieder losgeht: Bayer Leverkusen war in Korea, die Jungs von Hoffenheim in Indien. Und der FC Bayern München weilt zurzeit mit einem Team in den USA.

"Der US-Trip ist harte Arbeit für die WM-Spieler."
Stefan Merx, Wirtschafsjournalist

Kein Urlaub sondern harte Arbeit - gerade für die Spieler, die noch bei der WM im Einsatz waren, erzählt der Wirtschaftsjournalist Stefan Merx. So müssen die Bayern-Weltmeister am Allstar-Game in den USA teilnehmen. Eine große Werbetour für den FC Bayern München - gleichzeitig aber auch für die gesamte Bundesliga. Das Ziel des US-Trips: Um neue US-Fans werben, in der Hoffnung, dass möglichst viele Amerikaner die Aktivitäten des FC Bayern verfolgen. Im Netz, über die Vereins-Channels, die einen Blick hinter die Kulissen und in die Kabinen der Bundesligavereine erlauben, aber natürlich auch im Fernsehen.

Mehr Zuschauer dank Rupert Murdoch

In den USA können zurzeit 13 Millionen Menschen über Goal.tv Bundesliga gucken. In der übernächsten Saison steigt Rupert Murdoch mit seinem Sender 21st Century Fox ins Bundesliga-Geschäft ein: 90 Millionen US-Bürger haben dann die Möglichkeit, Übertragungen aus Mönchengladbach, Mainz oder München zu sehen.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Die ganze Welt schaut Bundesliga. 207 Länder werden schon mit Bildern aus den deutschen Fußballstadien versorgt - inklusive des nordkoreanischen Staatsfernsehens. Jetzt geht es darum, bessere Sendeplätze für die Bundesliga zu gewinnen, um so die Erlöse zu steigern, erklärt Stefan Merx. Zurzeit teilen sich die 36 Profivereine rund 72 Millionen Euro - ein Klacks im Vergleich zu den 800 Millionen Euro, die die Klubs der englischen Premier League einnehmen - vor allem dank besserer TV-Vermarktung.

Ein B-Team reicht nicht

Für die Bayern ist klar - wer neue Fans gewinnen will, muss auch Leistung bringen. Der Rekordmeister kann es sich also nicht erlauben, mit einem B-Team in die USA zu reisen. Und die nächsten Ziele stehen auch schon fest, wenn der US-Markt erschlossen sein sollte. Die nächsten Trips könnten nach China gehen, sagt Stefan Merx.