Bayern München und Borussia Dortmund sind gerade auf Werbetour in den USA. Der Trip sei "alternativlos", sagt Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern. Der US-Markt dürfe nicht vernachlässigt werden – den vielen Fans vor Ort müsse sich das Team einfach zeigen.

Der Frauenfussball ist in den USA sehr populär – und äußerst erfolgreich, gerade sind die US-Frauen erneut Weltmeisterinnen geworden. Der Männerfussball hinkt da etwas hinterher. Die Konkurrenz der US-Sportarten ist groß: Baseball, Eishockey, Basketball und American Football. Um das zu ändern, kommen immer wieder große europäische Clubs in die USA, um dort die Werbetrommel zu rühren. Aus Deutschland sind das Bayern München und Borussia Dortmund. Die mittlerweile üblichen Sommertouren seien notwendig, so die Vereinsbosse – Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wählt sogar das Wort "alternativlos".

"Alternativlose" Sommertouren

Die Umsatzzahlen wirken für heutige Fussballverhältnisse gar nicht so hoch, sagt Maximilian Rieger aus der Deutschlandfunk-Sportredaktion. Dortmund verdiene durch Sponsor-Verträge und Ticketverkäufe etwa 5 bis 10 Millionen Euro, der FC Bayern deutlich mehr, weil der Verein auch am International Champions Cup teilnimmt. Für die drei Spiele gegen Arsenal London, Real Madrid und AC Mailand gebe es Millionenprämien – wie viel genau, verrät der Verein nicht. Auf dem Plan der Bayernprofis stehen neben dem Champions Cup auch Testspiele gegen US-Clubs.

"Für Bayern und den BVB geht es in den USA darum, neue Sponsoren und neue Fans zu finden."
Maximilian Rieger, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Es geht um Sponsoren und um Fans. Die Sponsoren geben dem Club Geld - und die Fans auch, indem sie Tickets und Fanartikel kaufen. Und wenn es um die Vermarktung von TV-Rechten geht, ist es wichtig, die Sportart Fußball und den jeweiligen Verein möglichst gut in Szene zu setzen. Je höher die Nachfrage ist, desto mehr Geld können die Clubs fordern.

Vor allem junge Amerikaner haben Lust auf Fussball

Immer mehr junge Menschen interessieren sich in den USA für Fussball, berichtet Maximilian Rieger. Das hänge unter anderem damit zusammen, dass immer mehr Menschen aus Südamerika immigrieren und ihre Fussballbegeisterung ins Land bringen. Außerdem sei Fußball weniger gefährlich als American Football, die Verletzungsgefahr sei geringer. Und: Europäischer Fussball ist heute in den USA viel besser zu konsumieren, weil er häufiger im Fernsehen übertragen wird als früher. Zudem sprächen die großen europäischen Vereine immer mehr potenzielle Fans direkt per Social Media an.

Zum Start ins Luxushotel

Seine erste Station macht der FC Bayern München (der wegen seiner in zuverlässiger Regelmäßigkeit stattfindenden Skandale auch "FC Hollywood" genannt wird) übrigens im luxuriösen Hotel "Four Seasons at Beverly Hills", dem schicken Wohnort diverser Filmstars. Einer der Höhepunkte dort wird ein Treffen mit Ex-"Terminator" Arnold Schwarzenegger sein. Nach vier Nächten geht es dann für die Bayernprofis weiter nach Houston.