Es ist kein Wochenende wie jedes andere - der erste Bundesligaspieltag nach der Absage von Hannover und den Anschlägen von Paris. Mehr Sicherheit wünschen sich Fans und Vereine. Doch die große Frage bleibt: Wer soll das bezahlen?

Wer am Wochenende ins Fußballstadion geht, will vor allem eins: Ein gutes Fußballspiel sehen. Allerdings ist dieser Spieltag der Bundesliga der erste nach dem abgesagten Länderspiel gegen die Niederlande und dem Terroranschlag von Paris. Matthias Friebe aus der Sportredaktion glaubt nicht, dass viel weniger Fans ins Stadion gehen werden, als an einem anderen Wochenende. Auch weil es einige Klassiker zu sehen gibt: Schalke gegen Bayern oder der Hamburger SV gegen Borussia Dortmund.

Mehr Ordner

Klar ist aber auch: Es wird sich etwas ändern im Stadion. Die Bundesligisten, die Heimspiele austragen, haben schon angekündigt, die Sicherheit zu erhöhen. So will der 1. FC Köln mehr Ordner ins Stadion schicken und die Sicherheitskontrollen an den Eingängen deutlich verstärken. Fans sollten sich also etwas früher auf den Weg machen, wenn sie es noch rechtzeitig zum Anpfiff schaffen wollen. Die meisten Bundesligisten sagen allerdings nicht, wie sie die Sicherheit erhöhen wollen - weil sie keine Angriffsfläche bieten und nicht zu viele Informationen herausgeben wollen.

Einige Verantwortliche denken aber schon über den nächsten Spieltag hinaus. Sie diskutieren über Körperscanner beim Einlass. Also Kontrollen wie am Flughafen, ein Thema bei allen großen öffentlichen Veranstaltungen zurzeit. Es geht um das Spannungsfeld zwischen mehr Sicherheit und Freiheit und das dürfte die Bundesliga in den nächsten Wochen noch sehr intensiv beschäftigen. Auch weil das ja auch noch die Frage im Raum steht, wer für mehr Sicherheit zahlt.

"In der Bundesliga gibt es viele verschiedene Interessen, die aber am Ende auf zwei Fragen hinauslaufen: erstens: Entscheide ich mich für mehr Sicherheit oder Freiheit und zweitens: Wer bezahlt das Ganze?"
Matthias Friebe aus der Sportredaktion

Zur Frage der Kosten von Polizeieinsätzen gibt es schon seit einiger Zeit eine Debatte, wer für mehr Sicherheit aufkommen muss - die Bundesliga (DFL) oder der Bund. So hat das Land Bremen gesagt: mehr Polizisten bei Spielen des SV Werder Bremen - das können wir nicht länger bezahlen. Die Landesregierung hat dem Fußballverein und der DFL deshalb eine Rechnung geschickt.

Grundsätzlich gilt: Alles was vor dem Stadiontor passiert, ist Sache des Landes und der Polizei - das gilt auch für den Weg zum oder vom Stadion. Im Stadion selbst ist dann der Verein zuständig, der das in der Regel an private Sicherheitsfirmen abgibt. Ob das im Zuge der aktuellen Entwicklungen noch die richtige Lösung für die Zukunft ist, wird sich zeigen.