Die CDU gewinnt bei der Bundestagswahl und Angela Merkel bleibt Kanzlerin. Das Netz scheint aber vor allem das starke Abschneiden der AfD zu beschäftigen. Unsere Reporterin Martina Schulte hat dazu Stimmen aus Twitter, Blogs und Medien gesammelt.

Die AfD darf sich nach der Bundestagswahl zu den großen Gewinnern zählen. Der Blogger Mario Sixtus twittert dazu im Game-of-Thrones-Style.

Glückwünsche kommen hingegen aus dem Ausland. "Ein Bravo für unsere Verbündeten von der AfD für dieses historische Ergebnis. Das ist ein neues Symbol für das Erwachen der europäischen Völker“, gratuliert Front-National-Chefin Marine Le Pen bei Twitter.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn ist da anderer Meinung. Er sagte am Sonntagabend: "70 Jahre nach Kriegsende sitzen wieder Neonazis im Bundestag. Wenn es in Deutschland passiert, ruft es wegen der Geschichte aber besonders Angst hervor." 

Georg Restle, Chef der ARD-Sendung Monitor, glaubt jedoch, dass wir im europäischen Vergleich noch mit einem blauen Auge davongekommen sind.

Und auch der politische Blogger Oeffinger Freidenker schreibt auf seinem Blog: "Durch die SPD-Entscheidung, in die Opposition zu gehen, werde die AfD nicht Oppositionsführer und "könne im Bundestag weniger prozeduralen Unsinn machen als ihnen bei einer weiteren Großen Koalition möglich gewesen wäre".

Wer hat die AfD gewählt?

Die CDU hat fast eine Million Wähler an die AfD verloren, die SPD circa eine halbe Million. 

"Viele Menschen im Osten und dort vor allem viele Männer. In dieser Gruppe ist die AfD sogar die stärkste Kraft."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Zu den Gründen schreibt der ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn auf dem Blog der Tagesschau, dass die Wähler der AfD eher nicht aus sozialer Not gehandelt hätten. Also, das Verliererklischee stimmt nicht, so Martina Schulte. Schönebörn sagt: "95 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben zum Beispiel Sorge, dass die deutsche Kultur und Sprache in den Hintergrund geraten. Dieses und andere Statements machen deutlich: Die AfD ist vor allem ein kulturelles und kein sozialpolitisches Phänomen."

"Unter den AfD-Wählerinnen und Wählern sei eher der Wunsch extrem stark verbreitet, Veränderungen in unserer Gesellschaft zu vermeiden. Und genau unter diesen Titel könnte man die komplette Wahl stellen.“
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Die CDU und SPD haben bei der Wahl herbe Verluste eingefahren. Angela Merkel muss es jetzt schaffen, ein Bündnis aus CDU, CSU, FDP und Grünen zu schmieden. Wie wird das gesehen? Die ZDF heute-show ‏ twittert dazu:

Davon ist auszugehen, doch für die Kanzlerin wird es alles andere als einfach, sagt Martina Schulte. Spiegel Online titelt dazu im Stil eines 80er-Jahre-Schlagers: "Der Weg nach Jamaica ist weit". Und auch das konservative Blog The European meint: "Für eine Jamaika-Koalition bedarf es eines enorm großen Spagats, denn die CSU hat größte Bedenken gegen grüne Standpunkte, und die Grünen sind der FDP alles andere als grün. Andreas Petzold, Herausgeber des Stern dazu: 

Zusammenfassend schreibt der britische Independent:  Die deutsche Politik fragmentiert sich und ist ein weitaus gefährlicherer Ort, als die beruhigenden Überschriften über eine vierte Amtszeit für Mutti suggerieren.