Malen, Musik machen, gestalten: Das alles beschreiben wir als kreativ. Kreativität wird aber inzwischen auch oft im Job verlangt. Warum Kreativsein so wichtig ist und wie wir es während der Pandemie beibehalten – darum geht es in dieser Ab 21.

Bei ihrem früheren Job ist Marie immer erschöpft und unmotiviert nach Hause gekommen. Nach fünf Jahren kündigt sie und baut ihren Instagram-Account auf. Hier ist sie viel kreativer als vorher und stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen. Darin blüht Marie viel mehr auf.

"Ich arbeite inzwischen sehr viel mehr als vorher. Aber es fühlt sich nicht mehr nach Arbeit an."
Marie über ihren kreativen Job

Bei Kreativität muss es nicht unbedingt um künstlerische Tätigkeiten wie Singen, Tanzen oder Malen gehen, sagt Sarah Battey, die sich auf positive Psychologie spezialisiert. Es geht eher darum, etwas Neues zu schaffen – das kann auch im Büroalltag oder beim Kochen passieren, und so positiv auf uns wirken. Es gibt aber bestimmte Voraussetzungen für fruchtbare Kreativität, sagt die Psychologin.

Kreativität ist nicht immer leicht

Die Corona-Pandemie hat unsere Kreativität gedrosselt und unser Stresslevel erhöht, beobachtet Frank Berzbach, der ein Buch über Kreativität geschrieben hat. Obwohl eine ungestörte Umgebung ein wichtiger Faktor fürs Kreativsein ist, erzeugt längere Isolation, wie wir sie gerade erleben, mehr Sorgen als Inspiration. Wie wir trotzdem Inspirationsquellen finden können, hört ihr im Podcast.

Wissenswertes über Kreativität

  • Wer kreativ ist, tut etwas für die eigene Gesundheit. Ein Bericht der WHO besagt: Kreative Tätigkeiten machen uns gesund und schützen vor Krankheiten. Die Organisation hat sogar genau benannt, was als kreativ gilt. Darunter ist etwa tanzen, lesen, oder Museen besuchen.
  • Kreativität lässt sich stimulieren. Zwar weiß man nicht genau, wie Kreativität entsteht – trotzdem hat ein Wissenschaftsteam es geschafft, kreative Gedanken mithilfe von Gehirnstimulation zu verstärken. Dabei haben die Forschenden die Arbeit der linken Gehirnhälfte unterdrückt, damit die rechte, kreativere Gehirnhälfte aktiver wird.
  • Kreativität kennt keine Altersgrenzen: Zwei amerikanische Forscher haben das Alter aller Trägerinnen und Träger des Wirtschaftsnobelpreises untersucht und festgestellt, dass zwar viele Ausgezeichnete schon mit Mitte 20 bahnbrechende Entdeckungen gemacht haben. Es gibt aber noch eine klare zweite Altersgruppe: Menschen, die Mitte 50 waren, als sie den Preis gewannen. Die Forscher sind sich sicher, dass damit verschiedene Arten der Kreativität zusammenhängen.