"Mach, was wirklich zählt" - damit wirbt neuerdings die Bundeswehr um neue Soldaten. Der Veteran Johannes Clair kritisiert: Die Werbung weist nicht deutlich genug auf die Gefahren als Soldat hin.

Pünktlich zum 60. Geburtstag der Bundeswehr wirbt sie mit einer neuen Kampagne zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Die Kernbotschaft: "Mach, was wirklich zählt." Sie wird ergänzt durch verschiedene Werbeslogans wie

  • "Krisenherde löschst du nicht mit Abwarten und Teetrinken"
  • "Wahre Stärke findest du nicht zwischen zwei Hanteln"
  • "Grünzeug ist auch gesund für deine Karriere"
  • "Bei uns geht es ums Weiterkommen. Nicht nur ums Stillstehen"
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Flecktarn fürs Verteidigungsministerium: Auch am Bürogebäude des BMVg sind nun die Plakate zur neuen Arbeitgeberkampagne der Bundeswehr sichtbar. // Ministry of Defence in camouflage: at the office building the new campaign poster of the German Federal Armed Forces is on display. (Foto: #Bundeswehr/ J.Röllig) #milstagram #DASzählt

Johannes Clair, vor fünf Jahren Soldat in Afghanistan, ist schon mal froh, dass die Bundeswehr nicht mehr damit wirbt, dass es ohne sie keine Bananen mehr im Supermärkt gäbe.

Generell findet Clair Werbung für die Bundeswehr schwierig. Denn das Besondere sei: Als Soldat kann man sterben. Andererseits ist das mit dem Reiz verbunden, sich für das eigene und auch andere Länder einsetzen zu können und damit eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Auf beides gleichermaßen hinzuweisen, sei schwierig.

"Ein Soldat kann nicht für Frieden sorgen. Ein Soldat kann nur Konfliktparteien trennen."
Veteran Johannes Clair

Sein Buch hat Johannes Clair über seinen Afghanistan-Einsatz einigermaßen bekannt gemacht. Auch deshalb wird er immer wieder gefragt: Soll ich zur Bundeswehr gehen, ja oder nein? Eine konkrete Empfehlung spricht er nicht aus, sondern gibt den Fragenden etwas mit auf den Weg: Der Beruf Soldat kann dir viel geben, dich im schlimmsten Fall aber das Leben kosten. Und: "Ein Soldat kann nicht für Frieden sorgen. Ein Soldat kann nur Konfliktparteien trennen. Für Frieden müssen andere Mechanismen sorgen."