Öffentliche Gelöbnisse soll es wieder häufiger geben - das möchte die Verteidigungsministerin. Soldatin Nariman Hammouti-Reinke findet das gut und erklärt im Gespräch, warum die Bundeswehr aus ihrer Sicht mehr Wertschätzung verdient hätte.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren gab es vor dem Reichstag in Berlin wieder ein öffentliches Gelöbnis - auf ausdrücklichen Wunsch von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie will die Bundeswehr wieder sichtbarer machen und ihr Ansehen in der Öffentlichkeit verbessern.

Beim Gelöbnis in Berlin dabei war auch Bundeswehr-Soldatin Nariman Hammouti-Reinke. Sie sagt: Für die 400 Soldatinnen und Soldaten ist es etwas ganz besonderes, vor dem Parlament ihr Gelöbnis abzulegen, denn die Bundeswehr "ist eine Parlamentsarmee".

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Nariman Hammouti-Reinke ist Marineoffizierin und stolz auf ihren Beruf. Sie sagt, es ist eine "Ehre, unserem Grundgesetz und unserer Flagge zu dienen". Und sie wünscht sich von der Bevölkerung mehr Wertschätzung und Anerkennung - nicht für sich persönlich, sondern für die Bundeswehr und ihre Kameraden insgesamt.

"Diese Gleichgültigkeit oder pauschale Ablehnung ist hier fehl am Platz. Wir sind eine Armee der Einheit, und die Bundeswehr gehört damit auch in die Mitte der Gesellschaft."
Nariman Hammouti-Reinke, Marineoffizierin der Bundeswehr

In ihrem Alltag erlebe sie immer wieder Ablehnung, wenn es um ihren Beruf geht, erzählt sie. Kommentare wie "Wir brauchen keine Soldaten, wir brauchen keine Bundeswehr" höre sie immer wieder. Sie wurde auch schon als "Faschistin" beschimpft oder als "Soldatenschwein", sagt sie.

Ihre Sicht auf die Bundeswehr ist natürlich eine andere: "Wir leben seit 70 Jahren in Frieden", so Nariman Hammouti-Reinke, das komme nicht von ungefähr.

"Wir brauchen eine Armee, damit wir in Frieden leben können."
Nariman Hammouti-Reinke, Marineoffizierin der Bundeswehr

Sehr lange Zeit hätte sie die Ablehnung persönlich sehr betroffen gemacht. Mittlerweile lasse sie das nicht mehr so nah an sich heran und habe das als Teil ihres Alltags akzeptiert.

An der Bundeswehr schätzt Nariman Hammouti-Reinke die Kameradschaft untereinander und sagt: "Das ist ein Wert, der unserer Gesellschaft gerade in der jetzigen Zeit sehr fehlt." Bei der Bundeswehr zähle nicht die Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung oder Identität einer Person, sondern der Zusammenhalt.

"Ich erwarte einfach nur anerkannt zu werden für das, was ich bin, für das was meine Kameraden sind und für das, was sie leisten."
Nariman Hammouti-Reinke, Marineoffizierin der Bundeswehr

Im Bild oben: Öffentliches Gelöbnis von Bundeswehr-Rekrutinnen und -Rekruten vor dem Reichstagsgebäude, Nariman Hammouti-Reinke, Vereidigung und feierliches Gelöbnis in Plön (v.l.n.r.)