Wie klingt der Supermarkt? Der Telefonanbieter? Oder das Bier? Malte Hagemeister weiß es, er komponiert Musik für Werbung. Von Red Bull bis Edeka hat er schon über 100 Werbespots mit dem richtigen Beat versorgt.

Früher hat er für die Sugarbabes komponiert oder Timo Maas. Heute macht er den Sound für BMW, Ikea oder Nike. Was am Ende ganz fluffig klingt, dass Auto sexy röhren lässt oder das Eis lecker vertont, ist ein langer Prozess. Das Schwierige ist nicht unbedingt die Komposition, sondern alle Beteiligten unter einen Hut zu bringen: Die Agentur hätte am liebsten eine Kampagne mit großem Bang, mit der man Preise gewinnt. Der Regisseur die beste Inszenierung und das Unternehmen will natürlich Produkte verkaufen. "Ich sage manchmal: Ich werde nicht für die Musik bezahlt, sondern für die Übersetzung dessen, was die Leute wollen", beschreibt Malte Hagemeister seinen Job.

Diplomat oder Musiker

Schließlich gilt es auch noch etwas anderes zu beschützen, sagt der Musiker, der in Venice Beach, Kalifornien lebt. Die Prise "Fairy Dust", die Musik auch nach 20 Jahren in der Branche bei ihm auslöst. Also, die kreativen Momente, wenn einem die Songzeile auf dem Fahrrad einfällt. Das richtige Gleichgewicht bei seiner Arbeit ist ihm wichtig und damit auch die Beantwortung der Frage: "Was finde ich selber auch noch gut. Wo ist da auch noch Herz drin", sagt der Produzent.

"Ich werde nicht für die Musik bezahlt, sondern für die Übersetzung dessen, was die Leute wollen"
Malte Hagemeister, Musikkomponist

Manchmal wird das zum Tauziehen. Nicht gerade der Lieblingskunde ist jener, der sich in einen bestimmten Hit verknallt hat und dann mit dem Wunsch kommt: "Ich möchte sowas!" Mach das genauso!" Rein rechtlich heißt das schon mal: "Ich kann nicht das Gleiche machen", sagt Malte. Und so kommt er in Bedrängnis. "Ganz ehrlich, da war ich manchmal dichter dran, als ich das mag." Die Grenze überschritten hat er noch nicht.

Katze füttern, Meditieren, Surfen, Edeka

Die richtige Balance bringt da vielleicht der Livestyle mit: Aufstehen, Katze füttern, meditieren, eine Stunde surfen.Und dann ins Studio, gerne auch mit dem Kollegen von nebenan. Klingt nach Traum - solange bis der Kunde drängelt: "Wenn das richtige Projekt da ist, muss man durchziehen. Dann ist kein Platz zum Surfen." Platz ist aber dennoch für die eigene Band. Bei The Great Escape geht es nicht um Werbung. Erstmal. Wenn dann doch für den produzierten Song ein Werbedeal rausspringt, umso besser.

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