Was es nicht mehr gibt: Das klassische Musikfernsehen. Was es immer noch gibt: Musikvideos. Selcuk Erdogan ist Creative Director bei Vevo. Und er weiß genau, wie Musikvideos heute funktionieren müssen.

Früher, zu Zeiten von MTV und Viva, da waren Musikvideos noch exklusiv, erzählt Selcuk Erdogan. Er hat sich zum Beispiel immer gefreut, wenn bei MTV das Format "Three from One" lief - drei Videos von einem Künstler. Eine Band, die ihn damals total begeistert hat, war übrigens The Prodigy. 

"Wenn der Song nicht gut ist, kann ein Musikvideo den Song besser machen. Andersrum geht das nicht."
Selcuk Erdogan über die Funktion von Musikvideos

Selcuk Erdogan dreht selbst keine Musikvideos aber er kennt sich als Creative Director von Vevo damit aus. Jungen Künstlern rät er, wenn sie nicht viel Geld für den Videodreh haben, Geld nicht in die Kameratechnik zu investieren sondern lieber in die Ausstattung und ins Licht. Damit das Setting gut rüberkommt. Ein Video, das genauso gedreht wurde und seit seiner Veröffentlichung schon mehrere Millionen Klicks bekommen hat, ist "Bist du down" von Ace T.

Selcuk findet, dass dieses Video sehr gut in Szene gesetzt ist. Außerdem kommt das ganze Setting sehr authentisch rüber. 

Mehr Kunst als Werbung

Ein weiterer Tip von ihm: Wenn du die Totale nicht gut ausstatten kannst, dann verdichte das Bild lieber. Für Selcuk Erdogan sind Musikvideos genauso Kunst, wie die Kunst, die zum Beispiel im Moma ausgestellt wird. Darum rät er jungen Künstlern dazu, eigene Ideen zu entwickeln und zu realisieren. Und Musikvideos nicht nur als Werbefilme für die Musikindustrie zu betrachten.

"Ich bin durch und durch mit HipHop sozialisiert. Darum ein Tipp von Curse: "Das peinliche Biten bitte Vermeiden" - also Nachahmen sollte man am besten lassen."
Selcuk Erdogan rät zu eigenen Ideen bei Musikvideos