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Vor ein, zwei Jahren hätte man vielleicht noch gesagt, das Ding mit den Audio-Pornos ist ein Hype, der irgendwann auch mal wieder vorbei ist. Mittlerweile können wir festhalten: Das war keine kurzfristige Sache.

Audio-Pornos haben sich neben Porno-Filmen etabliert und der Markt wächst immer noch. Es gibt Masturbationsanleitungen, erotische Geschichten aber auch Stories, in denen man selbst direkt angesprochen wird.

Woran liegt der Reiz dieser Formate? Vielleicht darin, dass die Person, die den Porno konsumiert, in den Audios oft selbst einbezogen wird, sagt Denise Kratzenberg. In Porno-Filmen fehle die direkte Ansprache oft. Denise hat die Sexual-Wellness-Plattform "Cheex" mitbegründet. Dort gibt es neben Porno-Filmen mit fairen Arbeitsbedingungen auch Audio-Pornos.

"Dass man direkt du sagt oder jemanden anspricht – das fehlt häufig im visuellen Porno."
Denise Kratzenberg, Mit-Gründerin von Cheex

Audio-Angebote speziell für Frauen

Es gibt auch Audio-Angebote im Netz, die speziell auf Frauen zugeschnitten sind. Das liegt nicht daran, dass Frauen eher keine Pornos gucken, sagt Denise. Sie denkt, dass sich viele Frauen in vielen Darstellungen von Mainstream-Pornos einfach nicht so stark repräsentiert sehen.

"Häufig ist das ja eher eine weiße, männliche Sicht. Und das spricht viele Frauen heutzutage nicht mehr an."
Denise Kratzenberg, Mit-Gründerin von Cheex

Audio-Pornos sind aufgrund des fehlenden Bildes oft inklusiver und weniger diskriminierend. Was dann natürlich Menschen anspricht, denen Gleichberechtigung auch im Porno wichtig ist.

Audio-Pornos – nur ein ergänzendes Genre?

Am Ende bleibt natürlich auch die Frage: Werden Audio-Pornos eher ergänzend zu Porno-Filmen konsumiert oder konsumieren viele Menschen auch nur Audio-Pornos?

"Menschen sind da ein bisschen wie Kinder. Wenn man ihnen ein Hörspiel gibt, dann finden sie es richtig cool, aber sobald man den Fernseher anmacht, sind sie ein bisschen abgelenkt."
Denise Kratzenberg, Mit-Gründerin von Cheex

Bei Porno-Filmen wird das Genre ASMR immer beliebter. Also Filme, in denen die Geräuschkulisse deutlich leiser ist, als in vielen Mainstream-Produktionen. Dafür sind die Mikros umso näher an den Geschlechtsteilen. Wie dieses Phänomen bei Konsument*innen ankommt, auch darum geht es in der neuen Episode von "Eine Stunde Liebe".