Noch bis zum 13. September läuft in Düsseldorf die Camping-Messe Caravan Salon. Wir sagen euch, welche neuen Trends es gibt und schauen, inwiefern Corona den Camping-Boom in Deutschland noch mal befeuert hat.

Wegen der Corona-Pandemie fällt die Camping-Messe Caravan Salon 2020 deutlich kleiner aus als sonst. Mit 20.000 Besuchern pro Tag und rund 350 Ausstellern ist es trotzdem die bisher größte Messe, die unter den geltenden Abstands- und Hygiene-Regelungen durchgeführt wird.

Trend zum kleinen Gefährt

Der Trend geht eher zum kleinen Camper und nicht zum Riesen-Wohnmobil, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein. Kastenwagen und Camper-Vans waren schon in den letzten Jahren ziemlich beliebt und das setzt sich weiter fort. Dieses Jahr gibt es sogar eine eigene Ausstellungshalle für sie.

Camper als Erstwagen

Fast jedes zweite zugelassene Reisemobil gehört mittlerweile in diese Kategorie. Das ist vor allem für die Menschen attraktiv, die keinen Zweitwagen haben und auch sonst damit durch die Gegend fahren, zum Beispiel zur Arbeit.

"Aufstelldächer, die auf dem Dach der Vans aufgebaut werden, werden immer beliebter."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Immer mehr Vans haben auch ein Aufstelldach mit an Bord, das oben auf dem Dach aufgebaut wird. So entsteht eine Art Zelt auf dem Wagen, in dem nochmal zwei Leute schlafen können.

Auch wenn es keine üppig ausgestatteten Wohnmobile sind: Günstig sind die Camper trotzdem nicht. Die Preise sind aber sehr unterschiedlich: Einen VW T6 gibt es – je nach Ausstattung und Ausbau – ab 52.000 Euro, einen ausgebauten Ford Nugget für unter 40.000 und einen ausgebauten Caddy für unter 30.000.

Immer beliebter: Modulmöbel

Wer es günstiger haben möchte, der kann sich mal die Modulmöbel anschauen: Passend zum Auto, das ihr vielleicht bereits besitzt, könnt ihr euch da einzelne Module zusammenstellen und euer Gefährt sozusagen upgraden beziehungsweise ausbauen – bald sogar online.

"Für die Modulmöbel soll es bald auch Online-Konfiguratoren geben, mit dem sich alles je nach Grundriss des Autos zusammenstellen lässt."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bodenplatten, Wandverkleidungen, Heckbetten, Küchenzeilen, Hängeschränke… das alles können sich handwerklich einigermaßen begabte Menschen dann zum Beispiel in ihren gebrauchten Kastenwagen einbauen. Je nach Ausstattung lässt sich da schon mit 5000 bis 6000 Euro glücklich werden.

Wer es noch günstiger haben will und ein bisschen handwerklich versiert ist, dem sei die Variante unseres Netzbastlers Moritz Metz ans Herz gelegt: Er hat sich seinen Hochdach-Kastenwagen ausgebaut und dafür nur ungefähr 100 Euro ausgegeben.

Elektro-Reisemobile sind auf der Messe übrigens quasi kein Thema, berichtet Rahel. Weil die Gefährte zu groß und schwer sind, reichen die Reichweiten bisher (noch) nicht aus.

Corona: Schub für die Camping-Branche

Vor allem Camping ist im Zuge der Corona-Pandemie noch beliebter geworden als in den letzten Jahren sowieso schon. Im Sommer waren viele Campingplätze ausgebucht, weil viel mehr Menschen in Deutschland Urlaub gemacht haben.

Allein im Juli sind in Deutschland laut dem Caravaning Industrie Verband 16.000 Reisemobile und Caravans zugelassen worden – so viel wie noch nie in einem Monat. Seit Jahresbeginn waren es bisher mehr als 70.000 Neuzulassungen – das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Im Juli sind in Deutschland so viele Reisemobile und Caravans zugelassen worden wie noch nie in einem Monat."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Laut dem Verband schätzen die Menschen in diesen Zeiten vor allem, dass sie ihre eigenen vier Wände haben, in denen sie sich geschützt, frei und flexibel fühlen – außerdem autark, wenn auch eine Toilette und eine Dusche an Bord sind.

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