Auch das feinste Rezept hilft nichts, wenn wir mit der Hygiene schludern. Dann droht nämlich vielleicht bald eine Durchfallerkrankung durch Campylobacter-Bakterien. Und mit der haben besonders Leute zwischen 18 und 25 Jahren zu kämpfen.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist das Bakterium im Kommen - vor allem, weil wir in der Küche ahnungslos sind. Campylobacter-Bakterien gedeihen prächtig auf nicht genügend erhitztem Geflügelfleisch, aber auch in Milch, Rind- und Schweinefleisch können sie auftreten. In der Darmwand vermehren sie sich dann und beginnen, Gifte auszuschütten. So hat sich Campylobacter zum häufigsten bakteriellen Durchfallerreger in Deutschland gemausert. Was wir dagegen tun können, erklärt Notfallmediziner Johannes Wimmer.

"Man kriegt Campylobacter eigentlich ganz gut im Griff, wenn man in der Küche alles richtig macht - das machen die Menschen nur leider nicht."
Dr. Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Vor allem bei Hühnchen und Pute gilt: Nicht gleich alles anfassen. Selbst wenn es uns nicht direkt erwischt, kann sich der Erreger so hervorragend in der Küche verteilen. "Man weiß, dass Geflügel generell besonders von diesen Bakterien betroffen ist", so der Mediziner. Er empfiehlt, sich etwas von den goldenen Regeln in jeder Großküche abschauen:

  • Bevor du irgendetwas in der Küche anfasst: Hände waschen
  • Obst und Gemüse nicht auf dem gleichen Brett schneiden wie das Fleisch
  • Das Fleischschneidebrett danach direkt abwaschen

Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet darauf, wirklich immer vollständig durchzugaren. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung heißt das, dass für "mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad Celsius im Kern des Lebensmittels erreicht wurde".

​Problemstufe Grill

Schwieriger wird es mit der Einhaltung der Hygieneregeln, wenn wir in den Bereich des - sagen wir mal - "Casual Cookings" kommen. Stichwort Grillen. Hier kennt vermutlich jeder den Moment, wenn nach Grillzange oder Gabel gesucht wird, bis jemand sagt "Ach, egal". Spätestens zwei bis fünf Tage später zeigt sich jedoch mit dem Ausbruch des Erregers, ob es wirklich egal war.

Wer sich das Bakterium eingefangen hat, hat dann mit häufigen wässrigen Durchfällen zu kämpfen. In der Regel löst sich das Problem von selbst, selbst wenn es hartnäckig werden kann. Zum Glück seien die jungen Leute, die es am meisten betrifft, fit genug, um es auszuhalten, sagt Johannes Wimmer. "Meistens brauche ich keine Antibiotika, aber wenn es überhaupt nicht weggeht, dann muss ich natürlich schauen, dass ich was dagegen mache." Dann geht es nicht mehr ohne Arztbesuch.

Behandlung: Wasser statt Cola

Bei der Behandlung gilt vor allem: viel Trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Das betrifft übrigens vor allem Wasser. "Cola und Salzstangen, das ist ein altes Gerücht, das bringt gar nichts", sagt Johannes Wimmer: Stattdessen empfiehlt der Mediziner: Leichte Brühe, Tee mit ein bisschen Salz oder Zucker, damit dem Körper wieder Elektrolyte zugeführt werden.

Noch mehr Tipps zum Umgang mit Campylobacter gibt es im Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung