Alexander Tiesenhausen ist Psychologe und weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm Liebeskummer sein kann. Auf Instagram und Tiktok will er uns dabei helfen und neue Perspektiven aufzeigen. Denn er findet: Liebeskummer wird absolut nicht ernst genug genommen.

Wenn Freunde von Alexander Liebeskummer haben, dann macht er vor allem eins: emphatisch zuhören. Viele Menschen kämen sofort dem Impuls nach, das jetzt zu lösen und zu sagen: "Ist ja nicht so schlimm" oder "Das wird schon wieder", sagt Alexander. Doch das sei nicht immer gut und könne den Schmerz der anderen Person auch abwerten. "Deswegen gilt es zu lernen, auch negative Gefühle, schwierige Gespräche auszuhalten“, oft brauche es gar keine Lösungen, sagt Alexander.

"Menschen suchen nicht immer nach Lösungen, wenn sie über was sprechen wollen - sie suchen nach jemandem, der sie versteht und ihnen zuhört."
Alexander Tiesenhausen, Psychologe

Alexander Tiesenhausen ist Psychologe und Sportwissenschaftler und lebt im österreichischen Graz. Auf Instagram und Tiktok folgen ihm jeweils rund 100.000 Menschen - denn dort gibt er zu verschiedenen psychologischen Themen Ratschläge, vor allem zum Thema Beziehungen und Liebeskummer.

"Liebeskummer wird nicht ausreichend ernst genommen"

Außerdem hat er einen Online-Kurs bei Liebeskummer entwickelt. Denn Alexander findet: Liebeskummer wird in der Gesellschaft nicht ernst genug genommen. "Ich habe es selbst erlebt, dass es ins Lächerliche gezogen wird", sagt er.

"Für jeden, der schon mal richtig Liebeskummer hatte: Es fühlt sich wie das Ende der Welt an."
Alexander Tiesenhausen, Psychologe

Keinerlei Zukunftsperspektive mehr zu sehen, depressive Symptomatiken zu entwickeln – all das kann zu Liebeskummer dazugehören. Verständnis und soziale Unterstützung dafür, seien oft nur über einen überschaubaren Zeitraum da, findet Alexander. "Ich hab immer das Gefühl: So zwei, drei Wochen darf man traurig sein, und dann fängt das Umfeld an, ungeduldig zu werden."

"Das spiegelt ein bisschen die Hilflosigkeit, die man hat, wenn es einem guten Freund, einer guten Freundin schlecht geht."
Alexander Tiesenhausen, Psychologe

Deshalb ist es Alexander so wichtig, vor allem jungen Menschen Support bei Liebeskummer zu bieten und Perspektiven aufzuzeigen, mit Liebeskummer umzugehen. Und sie zu motivieren, sich gegebenenfalls auch Hilfe zu suchen.

"Ich kenne das von mir selber", sagt Alexander, "ich dachte: Das ist ja nur Liebeskummer, reiß dich einfach mal ein bisschen zusammen. Mit diesem Problem kannst du ja nirgendwo hingehen." Diese Gedanken hielten Alexander davon ab, sich Hilfe zu suchen. "Das ist natürlich schade, weil ich Dinge ganz anders hätte verarbeiten und aufarbeiten können, wenn ich bereit gewesen wäre, mir Hilfe zu suchen."

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  • Deep Talk
  • Moderation:  Rahel Klein
  • Gesprächspartner:  Alexander Tiesenhausen, Psychologe und Sportwissenschaftler