Liebe geht durch die Nase. Darum wurde in New York jetzt Smell Dating ausprobiert, eine neues Dating-Konzept: 100 Teilnehmer durften anhand von T-Shirt-Fetzen nach einem olfaktorischen Match schnüffeln. Dazu gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse zur Rolle von Duftstoffen bei der Partnerwahl.

Februar 2016: Im "Sweat Shop" werden sorgfältig 100 T-Shirts von den ersten Smell-Dating-Teilnehmerinnen und Teilnehmern zerschnitten. Drei Tage mussten sie ihre T-Shirts tragen. Anschließend bekommt bekommen alle zehn Proben zugeschickt. Das Schnüffeln beginnt.

Kritik am üblichen Dating

Die Australische Künstlerin Tega Brain, Mitorganisatorin von "Smell Dating", erklärt auf der Berliner Netzkonferenz Republica das Konzept: Für das 25 Dollar konnten New Yorker Singles die Partnersuche per Dufterkennung austesten. Sie sagt: "Das ist auch eine Kritik am üblichen Online-Dating."

"Momentan liegt der Fokus nur auf visuellen Erfahrungen, wir entscheiden nur nach dem Äußeren. Beim Smell Dating bietet der Geruch ein anderes Erlebnis, macht das Daten wieder sinnlicher."
Tega Brain, Mitorganisatorin von "Smell Dating"

Das T-Shirt Experiment hat der Evolutionsbiologe Manfred Milinski schon vor 20 Jahren an der Universität Bern gemacht, und damit die Wirkung von Immungenen bei der Partnerwahl erforscht. Wie Duftstoffe auf die Partnerwahl wirken erzählt er in Eine Stunde Liebe.

"Raucher können Unterschiede im immunbedingten Signal nicht mehr wahrnehmen. Wenn bei einem Paar beide rauchen, sehe ich ganz schwarz für die Infektionsresistenz der zu produzierenden Nachkommen."