Ob sein Gras knallt, wird regelmäßig kontrolliert. Landwirt Bernd Groß-Weege produziert Hanföl - für den Salat, ganz ohne Rausch.

Seine Cannabis-Nutzpflanzen lassen sich zwar rauchen, enthalten aber maximal einen THC-Gehalt von 0,3 Prozent. Die Wirkung ist rausgezüchtet. Trotzdem riecht es an seinem Feld in Hamminkeln wie in einem Coffeeshop. Aus der Nutzpflanze produziert Landwirt Bernd Groß-Weege Hanföl. 

Es ist ein vielseitiges und besonderes Öl, dass durch seine ungesättigten Fettsäuren einen sehr hohen gesundheitlichen Wert hat. In Bioläden ist das Öl ziemlich gefragt. Darauf hat der Landwirt reagiert.

"Die Pflanze sieht genauso aus wie die Rauschpflanze - und das Feld riecht auch so. Für den Rausch ist sie aber nicht geeignet."
Landwirt Bernd Groß-Weege

Vom Saatgut über den Anbau bis zur Ernte unterliegen die Pflanzen von Bernd Groß-Weege strengen Kontrollen durch die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft. Der Nachbau, also die Nutzung von selbst gewonnenem Saatgut aus den eigenen Pflanzen, ist im Hanf-Fall nicht erlaubt. Es könnten sich Ableger mit hohem THC-Gehalt einschleichen. 

120 Likes, 3 Comments - Dennis Rittmeyer (@dennis_.the_menace) on Instagram: "Schöni ussicht🍁🔥 @eric.marty #nutzhanffeld #nutzhanf"
Schöni ussicht🍁🔥 @eric.marty #nutzhanffeld #nutzhanf

Bernd Groß-Weege erntet dieses Jahr zum ersten Mal. Für die Hanfernte sind besonders moderne Geräte notwendig. Die alten Mähdrescher haben nicht so feine Siebe, um die Spreu vom Hanf zu trennen. "Bei den alten Mähdreschern wäre das Meiste wahrscheinlich wieder auf dem Feld gelandet", so der Landwirt.

Hanf kommt als Nutzpflanze zurück

In Frankreich wird Hanf als Nutzpflanze bereits vermehrt angebaut. Ursprünglich war er als Textilpflanze nachgefragt, bevor die Baumwolle ihn verdrängte. Bernd Groß-Weege wollte zum einen etwas Neues ausprobieren, zum anderen ist Hanf eine relativ pflegeleichte Kultur, sagt er. Sehr zum Vorteil, weil in Biobetrieben die Unkrautbekämpfung nur mechanisch oder per Hand stattfinden darf.

Hanf kommt durch seine tiefe Pfahlwurzel auch bei Trockenheit meistens noch an Wasser heran. Und gute Nährstoffversorgung ist wichtig. Wenn die stimmt, wächst der Hanf schnell.

"Wir haben zweimal das Beikraut begrenzt und danach ging das noch mal ab wie eine Brennnessel."
Landwirt Bernd Groß-Weege

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sieht Bernd Groß-Weege seinen Hanf "zwischen Getreide und Gemüse. Mit einem höheren Ertrag als Getreide oder Mais, aber nicht ganz so, wie bei gutem Biogemüse. Dafür ist er aber auch nicht so arbeitsintensiv und passt in die Fruchtfolge der Bioerzeuger."