Autos, die sich gegenseitig vor Unfällen warnen? Das Internet der Dinge könnte es möglich machen. Bei einem Test in Düsseldorf kommunizieren Fahrzeuge schon miteinander. Das Ziel: schnelle Reaktionszeiten, keine Verzögerung – und damit sichere Straßen.  

Hat sich das Internet der Dinge irgendwann richtig durchgesetzt, dann wird ein Großteil der Vernetzung mit Mobilität zu tun haben. Das heißt: Autos werden direkt miteinander kommunizieren, aber auch mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Ampeln. Und sie werden Staumeldungen und Unfallwarnungen erhalten.

Ein konkretes Beispiel, das derzeit in Düsseldorf getestet wird: der Rettungsgassen-Assistent. Beteiligt an dem Projekt sind unter anderem die NRW-Verkehrszentrale, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Unternehmen Vodafone, Siemens Mobility und Ford.

Nur jeder Zweite weiß, wie Rettungsgasse gebildet wird

Das Prinzip: Sobald der Rettungswagen losfährt, sendet er ein Signal, das die Autos empfangen, die sich zwischen seiner Position und der Unfallstelle befinden. Im Cockpit der Fahrer erscheint dann ein Hinweis: "Es nähert sich ein Rettungswagen, bitte Rettungsgasse bilden, bitte nach links/rechts ausweichen." Sinnvoll wäre das allemal: Laut ADAC weiß nur jeder zweite Deutsche, wie eine Rettungsgasse gebildet wird.

Der Rettungsgassen-Assistent könnte in Zukunft zwar tatsächlich zum Einsatz kommen, eigentlich geht es bei dem Test aber hauptsächlich um etwas anderes, nämlich die Empfangs- und Sendetechnik.

Die Testfahrzeuge sind dafür mit einer Hardware ausgestattet, um die speziellen Signale zu empfangen. Diese funktionieren ähnlich wie ein WLAN. Die Alternative wäre der herkömmliche Mobilfunk - der ist im Zweifelsfall (Warnung vor einem Unfall) aber zu langsam. Die hier getestete Funktechnik namens "V2X" funktioniert mit sehr kurzen Reaktionszeiten und schickt Signale direkt von Auto zu Auto.

Bisher nur eine Empfehlung

Eine Entscheidung nimmt der Rettungsassistent dem Fahrer nicht ab - er gibt lediglich eine Empfehlung. Sollten Fahrzeuge irgendwann autonom fahren, könnte das aber anders sein: Erhält das Auto die Meldung, dass es 200 Meter voraus einen Unfall gegeben hat, reduziert es automatisch die Geschwindigkeit.

Das langfristige Ziel eines vernetzten Verkehrs sind weniger Unfälle, weniger Staus und mehr Kooperation zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern. Außerdem könnte eine automatische Kommunikation zwischen den Fahrzeugen das autonome Fahren sicherer machen. Weil das Auto dann nicht nur über die eigenen Sensoren ein anderes Auto erkennen muss, sondern auch eine aktive Meldung bekommt: Hier bin ich!