Gerade ist der Film "Meg" in den deutschen Kinos angelaufen, in dem es um einen urzeitlichen Superhai geht. Das ist keine Erfindung aus Hollywood, diesen Hai gab es tatsächlich. Zoologe Mario Ludwig kennt das inzwischen ausgestorbene Tier.

Über die Größe des Urzeithais Carcharocles Megalodon und sein Aussehen im Detail ist nicht alles bekannt. Denn das Skelett eines Hais besteht zum größten Teil aus Knorpel. Und Knorpel zersetzt sich viel schneller als Knochen, sodass heute keine vollständigen Skelette von Megalodon zu finden sind. Erhalten sind allerdings die Zähne des Urzeithais. Die größten Exemplare erreichen eine Länge von bis zu 18 Zentimetern, eine Dicke von über drei Zentimetern und ein Gewicht von einem halben Kilogramm. Das ist so groß, wie eine Hand. Gut erhaltene Zähne weisen dabei sogar heute noch eine messerscharfe Zahnung auf. 

Rekonstruktion des Hais anhand der Zähne

Aus dem Vergleich der Zähne mit denen anderer ausgestorbener und noch existierender Haiarten konnten die Paläontologen auf das Aussehen des Megalodons schließen. Sie glauben, dass man sich Megalodon als eine Art überdimensionalen weißen Hai vorzustellen hat: Mit einer Rückenflosse von vier Metern und einer Schwanzflosse von zwei Meter Höhe. Sie schätzen, dass Megalodon mit einer Länge von bis zu 20 Metern und einem Gewicht zwischen 12 und 20 Tonnen etwa drei Mal so groß und fünf Mal so schwer war, wie der größte weiße Hai, der jemals vermessen wurde. Im American Museum of Natural History ist ein rekonstruierter Kiefer eines Megalodons zu bewundern: 1,83 Meter hoch und 2,74 Meter breit. Das ist fast die Größe eines Handballtores. 

A child visiting the reopened National Museum of Natural History looks at a giant great white shark mouth on display at the museum in Washington DC, USA, 17 October 2013. Furloughed workers returned to work and national parks reopened after a bipartisan deal was passed in the Senate and House that ended the sixteen-day-old partial shutdown of the federal government. EPA/MICHAEL REYNOLDS
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Kiefer des Urzeithais im National Museum of Natural History

Wissenschaftler der University of New South Wales haben vor Kurzem berechnet, das Megalodon die mit Abstand größte Beißkraft aller jemals bekannten Tiere besessen hat. Die australischen Forscher führten mit einem virtuellen Megalodon-Schädel eine Art Crashtest durch, bei dem sie die gewaltigen Kiefer der animierten Haie aufeinander krachen ließen und dabei beobachteten, welchem Druck Kiefergelenke und -muskulatur maximal standhalten konnten. Das Ergebnis der Computersimulation war sensationell: Der Urzeithai schlug seine messerscharfen Zähne offensichtlich mit einer Kraft von 10,8 bis 18,2 Tonnen in seine Beute. Damit war sein Biss bis zu sechsmal so stark wie der, des berühmt berüchtigten Raubsauriers Tyrannosaurus Rex, der es im Test lediglich auf 3, 1 Tonnen brachte. Oder um es anders auszudrücken, 15 Tonnen, das ist in etwa das Gewicht, das eine Schrottpresse benötigt, um einen Kleinwagen platt zu drücken.

Ein Arbeiter löst am Freitag (20.10.2006) in Hamburg die Spannriemen von dem 14 Meter großen Modell eines gerade angelieferten Riesenhaies (Megalodon). Die naturgetreue Nachbildung des Urzeitriesen gehört zur Ausstellung "Monster der Tiefsee", in der rund 30 Modelle von Meereslebewesen der Urzeit ab dem 03.11.2006 auf dem Hamburger Winterdom zu sehen sind. Foto: Ulrich Perrey dpa/lno +++(c) dpa - Report+++
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Teil einer naturgetreue Nachbildung des Urzeithais

Megalodon ernährte ich vermutlich hauptsächlich von Walen, denen er bei Attacken zunächst den Schwanz und die Flossen abgebissen hat, um sie so an der Flucht zu hindern. Sehr wahrscheinlich ernährte sich der Megahai aber auch von anderen Meeressäugern, großen Fischen und Riesentintenfischen. 

Warum Megalodon ausgestorben ist

Als der Megalodon die Ozeane durchstreifte, existierte der moderne Mensch schon, wusste aber wahrscheinlich gar nichts von seiner Existenz. Der Megalodon beherrschte über den unvorstellbaren Zeitraum von nahezu 20 Millionen Jahren die Ozeane. Verbreitet war er nahezu weltweit (USA, Südamerika, Mittelmeerraum, Europa, Südafrika, Indischer Ozean, Australien, Japan und andere Gegenden), schien jedoch die wärmeren Gewässer zu bevorzugen. Vor rund zwei Millionen Jahren soll der gigantische Raubfisch dann ausgestorben sein

Paläontologen bieten gleich mehrere Theorien an, welche Ursachen letztendlich zum Aussterben des Superhais geführt haben. So wird zum Beispiel als mögliche Erklärung diskutiert, dass sich wahrscheinlich die Hauptbeute des Megalodons, die Wale, im Laufe der Evolution weiterentwickelten. Die Meeressäuger wurden ausdauernder, dynamischer, schneller und wendiger, während Megalodon auf seiner Entwicklungsstufe stehen blieb. Dies könnte zur Folge gehabt haben, dass der riesige Hai zunehmend Probleme bekam, Beute zu machen und deshalb letztendlich ausstarb. 

Dass einige Exemplare überlebt haben könnten, wie in dem im August 2018 in den Kinos gestarteten Film "Meg" gezeigt wird, hält Mario Ludwig für äußerst unwahrscheinlich. Bei der modernen Technik, die uns heute zur Verfügung steht, hätte man im Laufe der vergangenen Jahre doch das ein oder andere Exemplar sichten müssen.

Hintergrund

Am 9. August 2018 ist “Meg” in die deutschen Kinos gekommen. Ein Film mit Actionstar Jason Stratham, in dem ein über 20 Meter großer Urzeithai namens Megalodon, eine Art “Super-Weißer Hai”, die Meere bewohnte. 

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