Carmen Köhler ist auf dem Mars gelandet und hat ihn erkundet. Auf einem Tiroler Gletscher. Sie gehört zum österreichischen Weltraum-Forum und hat zwei Wochen lang als Analogastronautin die Mars-Expedition Amadee-15 simuliert.

Sie nennen sich Analogastronauten, legen sich fast 50 Kilogramm schwere Raumanzüge an und ziehen für zwei Wochen an den Kaunertaler Gletscher in Österreich. Die sollen den Gletschern auf dem Mars ähneln; das Team vom österreichischen Weltraum-Forum will wissen, wie sich die Expedition auf dem Mars anfühlt. Und welche Schwierigkeiten es geben könnte.

Carmen Köhler war auf dem simulierten Mars

Carmen Köhler ist ein Mitglied des Mars-Teams. Jeden Tag war sie mehrere Stunden damit beschäftigt, den schweren Raumanzug an- und wieder auszuziehen. Dazwischen hat sie Experimente durchgeführt. "Wir haben zum Beispiel erforscht, wie man Leben erkennen kann", erzählt sie, "dafür haben wir Mikroben auf dem Gletscher kultiviert." Gar nicht so einfach: Dafür musste sie mit Spritzen hantieren - mit drei Paaren Handschuhen an den Fingern.

"Generell waren wir ziemlich von der Außenwelt isoliert. Abgesehen von den Touristen auf dem Gletscher, die dort Urlaub gemacht haben."
Carmen Köhler, Analogastronautin

Das schwierigste während der Mars-Mission Amadee-15 war aber die Gruppendynamik: Zwei Dutzend Personen die zwei Wochen lang auf engem Raum miteinander auskommen müssen, da kann es schon zu Problemen kommen. "Man muss Probleme immer sofort besprechen, bevor sich das aufschaukelt", berichtet Carmen Köhler. "Das hat bei uns eigentlich ganz gut funktioniert."

Gespräche mit 20 Minuten Verzögerung

Das Ziel der freiwilligen Marsianer: Sie wollen den Weg ebnen für eine echte Mars-Mission. "Wir glauben schon, dass das dazu beiträgt", sagt Carmen Köhler. So optimiert das Team zum Beispiel die Bedien-Elemente von Geräten, sie sind auf Quads über den Gletscher gefahren, um zu verstehen, auf welchem Gelände das Fahrzeug welche Probleme bekommt, und sie haben getestet, wie Kommunikation mit minutenlanger Verzögerung zwischen Mars und Erde funktionieren könnte.

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