Schon viele Jahrzehnte gibt es in den USA rechtsextreme Gruppierungen, die teilweise das Wort 'Nazi' im Namen tragen. Die historischen Hintergründe hinter den Gewalttaten in Charlottesville.

Der 12. August 2017 wird in die Geschichte der Stadt Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia eingehen. Weil der Stadtrat beschlossen hatte, eine Statue des Generals Robert E. Lee zu entfernen, versammelten sich Tausende Rechtsextremisten, um dagegen zu demonstrieren.

General Lee gehörte während des amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) zur Armee der Südstaaten, die für die Aufrechterhaltung der Sklaverei eintrat. Die "Konföderierten" verloren den Krieg, die Sklaverei wurde abgeschafft, und die Südstaaten verblieben in der Union der amerikanischen Staaten.

"Es gibt praktisch die NSDAP-Auslandsorganisation in Lincoln, Nebraska. Und es gibt andere Gruppen, die explizit das Wort 'Nazi' im Titel führen."
Martin Thunert, Heidelberg Center for American Studies

Als die rechtsextremen Demonstranten auf eine linke Gegendemonstration trafen, begann die Gewalt. Drei Menschen starben, 35 wurden verletzt.

Nicht nur der Gewaltausbruch an sich hat weltweit für Empörung gesorgt, sondern auch die Reaktion des amerikanischen Präsidenten. Donald Trump erkannte auf beiden Seiten "gute" Demonstranten und verweigerte eine deutliche Distanzierung zu amerikanischen Rechtsextremisten.

Dass es in den USA zu solch gewaltsamen, von Rechten verursachten Gewalttaten, kommen kann, ist Ergebnis einer langen Geschichte von Rechten und Nazis in den USA.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Benedikt Schulz über George Lincoln Rockwell, den Gründer der American Nazi Party.
  • Martin Thunert vom Heidelberg Center for American Studies. Er beschreibt die rechtsextremen Gruppen, die es seit Jahrzehnten in den USA gab und gibt.
  • Pulitzer-Preis-Träger Frederik Obermaier. Er erläutert die Ziele und die Verbreitung des Ku-Klux-Klans in den USA und in Deutschland.
  • Deutschlandradio-Amerika-Korrespondent Marcus Pindur. Er berichtet über die aktuellen Diskussionen über den Rechtsextremismus in den USA und die Haltung des US-amerikanischen Präsidenten.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die starke Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft.