Bis heute war noch nie eine Deutsche im Weltall. Deshalb sucht ein Wettbewerb nach der Ersten, die in eine Rakete steigt. Tina Büchner da Costa will genau das. Die erste Hürde beim Casting hat sie genommen.

Tina Büchner da Costa will schon seit ihrer Kindheit ins All. "Diesen Traum bin ich bis heute nie losgeworden", sagt die 37-Jährige. Als sie von dem Wettbewerb "Die Astronautin" erfuhr, war die Entscheidung klar: Sie macht mit.

"Ich bewerbe mich nicht nur, um die Initiative zu unterstützen. Ich will ins All."
Tina Büchner da Costa über "Die Astronautin"

Die private Initiative hat Claudia Kessler gestartet. Sie ist selbst Ingenieurin für Luft- und Raumfahrt und will endlich, dass auch einmal eine Deutsche ins All fliegt. Bislang waren elf deutsche Männer oben, aber noch nie eine deutsche Frau.

Beworben haben sich 400 Frauen, 120 wurden nun ausgewählt - und Tina ist eine von ihnen. Das weitere Auswahlverfahren übernimmt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dieses testet zum Beispiel die Konzentrations- und Merkfähigkeit sowie die räumlichen Vorstellungskraft. Im Frühjahr 2017 wird feststehen, wer die Ausbildung zur Astronautin beginnen darf. 2020 soll dann die erste deutsche Frau auf eine zehntägige wissenschaftliche Mission zur Internationalen Raumstation geschickt werden.

Tina Büchner da Costa lehnt sich gegen eine nachgebaute Weltraumrakete.
© Tina Büchner da Costa
Sie ist beim Astronautinnen-Casting dabei: Tina Büchner da Costa. Die erste Hürde ist genommen. Jetzt geht es in die Testphase - zunächst auf der Erde.

Tina ist Raumfahrtingenieurin und arbeitet bei Airbus in Bremen. Sie war schon bei Raketenstarts dabei. Dennoch: Sie hat nicht ihr ganzes Leben ihrem Traum untergeordnet. "Astronautin zu werden ist ein harter Weg, das war mir klar", sagt Tina. Sie ist da realistisch und hat nicht alles auf diese eine Karte gesetzt.

Affen waren im All, Salat auch - aber noch nie eine Deutsche

Die offiziellen Ausschreibungen für Astronauten übernehmen sonst die Europäische oder die Deutsche Raumfahrtagentur. Dabei bewerben sich nur wenige Frauen. Das liegt auch an den Voraussetzungen, sagt Tina. Ein Studium der Ingenieurswissenschaften zum Beispiel ist von Vorteil, doch bis heute entscheiden sich dafür vor allem Männer.

Ein anderer Grund ist möglicherweise, dass Frauen noch vor einer Bewerbung alles schon bis zum Ende durchdenken, sagt Tina. Was bedeutet das für Freunde und die Familie, falls es wirklich klappt? Männer probieren einfach und überlegen sich dann, wie es funktionieren könnte.