Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt wird für zwei Jahre abgeschaltet. Der Grund dafür sind Wartungsarbeiten. Aber die größte Forschungsmaschine wird nicht nur gewartet, sondern auch weiter ausgebaut. Damit künftig nicht "nur" 40 Millionen Bilder pro Sekunde möglich sind.

Am Cern, der Europäischen Organisation für Kernforschung in der Schweiz, arbeiten mehr als 11.000 Menschen aus der ganzen Welt - auch aus Deutschland. Einer von ihnen ist Christoph Rembser. Der Physiker weiß, wie die der Teilchenbeschleuniger des Cern funktioniert.

Größter Teilchenbeschleuniger der Welt macht Pause

Ganz präzise heißt der Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider", also Großer Hadronen-Speicherring. Die Maschine ist 27 Kilometer lang. Darin werden Protonen beschleunigt und aufeinander geschossen. Riesige Kameras zeichnen die Kollisionen auf. Sie machen 40 Millionen Bilder pro Sekunde, die den Forschern helfen zu verstehen, wie das Universum nach dem Urknall aussah, so Christoph Rembser: "Bei diesen Zusammenstößen der Protonen entstehen genau solche Energien und Temperaturen wie im frühen Urknall."

"Mit den Bildern lernen wir, wie das Universum kurz nach dem Urknall ausgesehen hat."
Christoph Rembser, Physiker am Cern

In dem Beschleuniger sind nicht nur Kameras eingebaut, sondern auch mehr als tausend stark leitende Magnete. "Die Magnete sind auf minus 271 Grad Celsius heruntergekühlt", sagt Christoph Rembser. "Das ist der kälteste Ort im Universum." Neben den Magneten gibt es in der Forschungsmaschine auch Pumpen, Kabel und anderes mehr.

Zwei Jahre Wartung stehen bevor 

All diese Technik muss gewartet werden. Deshalb wird der Teilchenbeschleuniger für zwei Jahre abgeschaltet. Bei den anstehenden Wartungsarbeiten wird die Technik gereinigt und teils auch ausgetauscht. "Fast wie bei jedem Auto", sagt Christoph Rembser.

Aber der Beschleuniger wird nicht nur gewartet, sondern auch weiter ausgebaut. Damit in ein paar Jahren nicht "nur" 40 Millionen Bilder pro Sekunde möglich sind, sondern noch sehr viel mehr.

Die Wartungsarbeit bedeutet für die Forscher aber nicht, dass sie für zwei Jahre die Füße hoch legen und Kaffee trinken können. Die Zeit nutzen sie, um die Daten der vergangenen drei Jahre auszuwerten und zu analysieren, so Christoph Rembser. Denn dafür bleibt kaum Zeit, wenn die Forschungsmaschine läuft.

"Wenn das Experiment läuft, sind wir 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf Achse, um die Daten zu nehmen."
Christoph Rembser, Physiker am Cern

Die Wartung verschafft den Forschern also etwas Luft für intensivere Datenanalyse. Denn: "Wir haben noch alle Hände voll zu tun", sagt der Christoph Rembser. Das Team am Cern wird sich aber nicht nur mit den gesammelten Daten beschäftigen, sondern auch bei den Wartungsarbeiten dabei sein. Und darauf freut sich der Physiker schon.

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