Bisher galt: Kleine Bläschen stehen für hohe Qualität. Jetzt sagen französische Forscher, dass große Bläschen im Champagner für ein besseres Aroma sorgen. Denn sie transportieren es, wie kleine Aufzüge, an die Oberfläche.

Französische Forscher aus der Stadt Reims - unweit der Region Champagne - haben Champagner untersucht. Sie wollten wissen, wann das Getränk besonders gut schmeckt. Dafür haben sie es mit einer High-Speed-Kamera gefilmt. Dabei haben sie beobachtet, wie die Bläschen sich an der Glasinnenwand bilden, dann an Oberfläche steigen und danach platzen.

"Eine Blase platzt an der Oberfläche und reißt die anderen wie eine Lawine mit und daraus entstehen dann Muster, wenn man von oben ins Glas guckt, sieht das aus wie viele kleine Blüten."
Sophie Stigler über die Beobachtungen der französischen Forscher

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass eine Blasengröße von 1,7 Millimetern am besten für ein gutes Champagneraroma sei. Die Bläschen befördern den Geschmack, wie ein Konzentrat an die Oberfläche des Getränks und in die Luft darüber. Während wir einen Schluck nehmen, atmen wir die alkoholgelösten Aromastoffe dann ein.

Das Einatmen aromatischer Gase oder Düfte spielt auch beim Essen eine Rolle, damit es uns gut schmeckt. Wer einen Schnupfen hat und dadurch nicht gut riechen kann, dem schmecken auch seine Mahlzeiten gleich nicht mehr so gut. Es fehlt einfach ein Teil des Geschmackserlebnisses.

"Forscher sagen: In diesen Bläschen ist so was wie ein Geschmackskonzentrat. Das wird, wie im Aufzug, mit zur Oberfläche hinaufgenommen und kommt dann in die Luft."
Sophie Stigler, DRadio-Wissen-Nachrichten

Kohlesäurebläschen bilden sich besser auf unebenen Oberflächen. Wenn wir, nachdem wir die Flasche geöffnet haben, noch Einfluss auf die Bläschen haben wollen, eignen sich am besten Champagnergläser mit aufgerauten Innenflächen. Die wurden für eine besonders sprudelnde Perlage mit einem Laser behandelt.

"Je größer die Bläschen sind, desto mehr von ihnen platzen gleichzeitig an der Oberfläche. Das ist gut, weil sie Aromastoffe in der Luft über dem Getränk verteilen."
Sophie Stigler, DRadio-Wissen-Nachrichten

Für die Winzer und Abfüller ist das Ergebnis der Forscher besonders interessant, weil sie während der Produktion noch Einfluss auf die Größe der Säurebläschen nehmen können. Weitere Empfehlungen, damit es gut schmeckt: Die Temperatur des Champagner am besten auf vier Grad bringen und ihn aus Tulpengläsern trinken. In ihnen sprudelt der Champagner besser und bleibt länger kalt.