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Vereinzelte Praktika und Übungen sind vor Ort möglich. Doch vom "Hybrid-Semester", wie manche Hochschule es nennen, ist das weit entfernt. Das allermeiste findet digital statt.

Die Deutschen Sporthochschule in Köln begrüßt heute (6. April) die Erstsemester-Studierenden. An den meisten Hochschulen in Deutschland beginnt am 12. April das neue Sommersemester. Für alle, die ihr Studium neu aufnehmen, heißt das: Sie starten fast rein digital in ihr Studium ohne die üblichen Möglichkeiten, zum Beispiel den Campus und die Kommilitonen kennenzulernen.

Im Jahr 2020 hatte die Sporthochschule in Köln die Erstis schon mit einem Film begrüßt, in dem es hieß: "Herzlich willkommen zum vielleicht verrücktesten Semester. Eigentlich habt ihr eure Einführungswoche schon hinter euch – wäre da nicht dieses blöde Virus dazwischengekommen." Ein Jahr später könnte die Hochschule denselben Film wieder zeigen, denn für die meisten Studierenden beginnt das neue Semester wegen der Pandemie zuhause am Schreibtisch.

"Lehramtsstudierende müssen normalerweise für das Praktikum in den Schulunterricht. Wenn Schule aber Online-Unterricht macht, sitzen die vor dem Rechner und schauen zu. Das hat mit einem richtigen Praktikum wenig zu tun."
Armin Himmelrath, Deutschlandfunk-Nova-Bildungsexperte

Bestimmte Seminare, Praktika und Übungen müssen allerdings vor Ort stattfinden, zum Beispiel in den Fächern Sport, Medizin, Chemie und einige andere vor allem aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich. "Da haben die Hochschulen inzwischen Routine", sagt Deutschlandfunk-Nova-Bildungsexperte Armin Himmelrath.

Alles, was möglich ist, wird ins Netz verlagert. Das andere findet unter Hygieneauflagen als Präsenz statt. Armin: "Manche Unis verkaufen das als Hybrid-Semester. De facto ist es aber Online-Unterricht mit einzelnen Präsenz-Ausnahmen."

Lüften nicht immer möglich

Manche Hochschulen, Hochschullehrende und Studierenden-Initiativen fordern die Rückkehr in den Präsenz-Lehrbetrieb. Warum das schwierig ist, liegt auf der Hand: Viele Menschen in einem Raum bedeuten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Manche Hörsäle und Übungsräume können außerdem nicht gut gelüftet werden. "Manche haben sogar gar keine Fenster", sagt Armin.

Vorlesungen und Seminare müssten also verkleinert werden, um Mindestabstände einhalten zu können. "Deshalb gibt es oft gar keine andere Chance, das alles als Online-Semester abzuhalten."