Atlético Madrid und Real Madrid: Die beiden Vereine könnten im Champions-League-Finale gegeneinander antreten. Das wäre das erste Stadtderby in der Königsklasse. Die Duelle zwischen Atlético und Real sind immer etwas Besonderes und haben in Spanien ihren eigenen Namen bekommen: Derbi Madrileño.

Die beiden Vereine unterscheiden sich nicht nur im Erfolg - Real steht sportlich deutlich besser da, auch wenn Atlético derzeit in der spanischen Liga die Nase vorn hat. Unser Korrespondent und Fußballkenner macht gleich eine ganze Reihe von Unterschieden bei den beiden Vereinen aus. Atlético gegen Real, das heißt auch:

  • Hässliches Entlein gegen die Königlichen
  • Arbeitermannschaft gegen Wohlstandsteam
  • Standardkick gegen Feinschmecker-Fußball
  • Underdogs gegen Erfolgsroutiniers

Real Madrid und seine erfolgsverwöhnten Fans

Auch die sozialen Milieus der Fans der beiden Teams sind sehr verschieden. Atlético gilt als Verein der Arbeiter, dem auch viele Migranten aus Lateinamerika anhängen. Real Madrid ist hingegen im reichen Norden der Stadt beheimatet und verweist auf die Vereinswurzeln in Adelskreisen. Die Fans haben gehoben gehobene Ansprüche an ihre Spieler.

"Wenn Real Madrid mit 4:0 vorne liegt und ein Real-Spieler macht irgendeinen Mist im gegnerischen Strafraum, dann pfeifen die Leute trotzdem. Die unbedingte Rückendeckung der Fans ist nicht immer da, die wollen tollen Fußball bekommen."
Korrespondent Marc Dugge über die Fans von Real Madrid

Da sind die Atlético-Fans deutlich loyaler, sie sind aber auch Leid gewohnt und sind mit ihrem Verein schon mehr als nur ein Mal auf- und wieder abgestiegen. Nun stehen sie an der Spitze der Primera Divisón und schielen auf den Champions-League-Pokal. Übrigens, laut Statistik hat Real im Derbi Madrileño die Nase vorn: Bei bisher 152 Begegnungen hat Real 85 Mal gewonnen.