Wie funktionieren Fake News und Filterblasen? Und welche Gefahr geht von ihnen aus? Antworten auf diese Fragen gibt es beim Chaos Communication Congress, der gerade in Leipzig stattfindet.

Beim vom Chaos Computer Club ausgerichteten Treffen hat der Datenjournalist Michael Kreil in einem Vortrag Ergebnisse seiner Forschung präsentiert. Ein Jahr lang hat Kreil 4.500 Bots, 1,6 Millionen Twitter-Accounts, 400 Millionen Tweets und 50 Millionen Onlineartikel gesammelt und ausgewertet. Zusammen mit anderen Experten und 600 Twitterusern hat er sich auf die Suche nach Social Bots, Fake News, Hate Speech und Filterblasen gemacht.

Fake News auf Twitter

Kreil hat so etwa analysiert, wie sich eine vermeintliche Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nach Schweden auf Twitter verbreitet hat. Im März 2017 war angeblich vor terroristischen Anschlägen im Land gewarnt worden. In seinem Vortrag zeigt Kreil, dass die Fake News zwar oft von AfD-nahen Usern und der Partei selbst verbreitet wurde, dieselben Accounts aber die Gegendarstellung des Auswärtigen Amtes nicht mehr aufgegriffen hatten. 

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Interessant ist auch, dass 89 Prozent der Fake-News-Verbreiter die Gegendarstellung zwar wahrgenommen, diese dann aber nicht verbreitet haben. Nur 45 Prozent von denen, die die Gegendarstellung verbreiteten, hatten vorher von der eigentlichen falschen Reisewarnung gehört.

Kaum Social Bots

Kreil kritisiert außerdem die aktuelle Forschung zu Social Bots. Hinter vielen Accounts, die etwa bei Twitter als Bots eingestuft werden, stecken in vielen Fällen echte Menschen, so Kreil. Bei zwei führenden Untersuchungen zu diesem Thema hat Kreil sich zwölf angebliche Bots herausgegriffen und festgestellt, dass zehn von ihnen tatsächlich Menschen sind. Die Fake News werden also, laut Kreil, nicht von Bots befeuert sondern von echten Usern.

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