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Noch in dieser Woche soll die Corona-Warn-App ein großes Update bekommen: Mit der Version 2.0 erhält die App die lange erwartete Check-In-Funktion. Inzwischen sind auch die Details der Umsetzung bekannt.

Direkt aus dem Hauptmenü heraus, mit nur einem Klick, können Nutzerinnen und Nutzer der CWA die QR-Codes von Geschäften, Restaurants, Frisören oder auch bei privaten Treffen scannen und sich somit einchecken. Die Tech-Redaktion des Magazins Chip hat dazu jetzt Screenshots aus den Tests veröffentlicht. Auch wer selbst QR-Codes erstellen möchte, etwa für eine private Feier, kann das unkompliziert tun. Ausgecheckt wird nach dem gleichen Prinzip: entweder auch wieder per Handy mit QR-Code oder automatisch, nach einer vom Veranstalter festgelegten Zeit.

CWA informiert nicht das Amt

Das Update erscheint wohl am Freitag. Ab diesem Zeitpunkt kann die CWA dann das, was die Luca-App – und Dutzende andere Check-In-Apps – bereits können. Der Markt für Check-In-Apps hat sich in den vergangenen Monaten rasant entwickelt, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andreas Noll.

"Bei der Luca-App bekommt das Gesundheitsamt im Falle einer Infektion meine Kontaktdaten. Bei der Corona-Warn-App wird es nicht informiert."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Bei der Funktionsweise der CWA und der Check-In-Apps gibt es allerdings einen großen Unterschied: Bei der Luca-App müsst ihr euch mit Namen und Handynummer persönlich identifizieren. Das Gesundheitsamt bekommt dann, wenn es an das Luca-System angeschlossen ist, im Falle einer Infektion eure Kontaktdaten. Bei der Corona-Warn-App wird das Gesundheitsamt nicht informiert, sondern nur diejenigen, die auf der gleichen Feier waren oder zur gleichen Zeit im gleichen Restaurant.

Welche App jetzt den besseren Weg verfolgt, um die Pandemie möglichst wirksam zu bekämpfen, ist schwer zu beantworten, findet unser Netzreporter.

Welche App ist geeigneter?

In der Politik gibt es viele Stimmen, die die Gesundheitsämter mit mehr Daten versorgen möchten – das würde für die Luca-App sprechen, die mittlerweile von gut einem Dutzend Bundesländern beschafft wurde. Gut 20 Millionen Euro haben Steuerzahler dafür bisher ausgegeben, die ersten Gesundheitsämter sind bereits an das System angeschlossen. "Luca funktioniert und die Gesundheitsämter brauchen so ein Hilfsmittel dringend", sagt Ute Teichert, die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Wie gut die ohnehin überlasteten Ämter allerdings diese zusätzlichen Daten in der Praxis nutzen können, darüber wissen wir bislang nichts, so unser Netzreporter. Auch zum Datenschutz gebe es weiterhin Kritik am Konzept der Luca-App.

Die Corona-Warn-App punktet dagegen mit einem Datenschutzkonzept, das sich bewährt hat, sagt Andreas Noll. Darüber hinaus könnte die neue Check-In-Funktion die Attraktivität der App durchaus steigern. In Großbritannien war genau das der Fall: Die dortige Corona-Warn-App hat bereits seit September eine Check-In-Funktion. Mittlerweile wird sie häufiger heruntergeladen als die deutsche Version.

"Apple und Google haben der neuen Version der britischen Corona-Warn-App gerade den Zugang zu den App-Stores verweigert."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Doch auch hier gibt es Probleme: Datenschutz und Informationsbedürfnis der Behörden können sich nämlich durchaus in die Quere kommen können.

Probleme mit der britischen CWA

Gerade haben Apple und Google der neuen Version den Zugang zu den App-Stores verweigert. In der neuen Version bittet die britische Corona-Warn-App die Nutzenden nämlich darum, im Falle des positiven Tests das Protokoll der Check-Ins auf einen zentralen Server hochzuladen. Genau das ist bei Apple und Google allerdings verboten, wenn man die Bluetooth-Kontaktverfolgungsfunktion der beiden Hersteller nutzen will. Auch das Erheben von Standortdaten ist untersagt.

Ob die neue Version der CWA am Freitag dann auch tatsächlich das Ende der noch verbreiteten Zettelwirtschaft bedeutet, ist nicht klar. Aktuell schreiben die Corona-Schutzverordnungen in der Regel noch manuell geführte Gästelisten vor. Die Luca-App mit den digital verfügbaren Kontaktdaten dürfte diesen Bestimmungen eher entsprechen als die CWA, glaubt Andreas Noll. So lässt sich das auch auf den Webseiten der Behörden nachlesen. Hinter der CWA steht allerdings die Bundesregierung, zusammen mit dem RKI. Es wäre absurd, dass die neue Check-in-Funktion groß beworben und für viel Geld in die CWA implementiert wird – wenn wir dann anschließend beim Frisör und im Restaurant weiterhinZettel ausfüllen müssen, findet Andreas Noll.