Der Chef watscht mich ab, der beste Freund rastet aus - wie in solchen Situationen reagieren? Das Wichtigste: Ruhig bleiben und davon ausgehen, dass die Aktion nicht unbedingt was mit mir persönlich zu tun hat.

Dass der Chef so richtig austeilt, haben hoffentlich noch nicht so viele erlebt. Aber zumindest Stromberg zeigt (fiktiv), wie es geht. Und in echt musste Bastian Schweinsteiger die Erfahrung machen, der von Trainer Jose Mourinho abgesägt wurde. Anderes Beispiel: Der Pressesprecher von Wolfgang Schäuble wird auf offener Bühne rundgemacht, weil Unterlagen noch nicht verteilt waren. Schäuble verlässt die Pressekonferenz mit dem Kommentar "Ich hatte Ihnen die Wette angeboten, sie werden sie nicht verteilen. Vor einer halben Stunde."

Wie mit solchen Demütigungen umgehen?

Schweini hat so getan, als sei nichts gewesen, ist morgens um halb acht zum Training erschienen und war weiterhin: Profi. Die Fans haben das honoriert, ebenso der Trainer.

"Ich nehme an, Bastian Schweinsteiger ist nicht eitel oder kränkbar, sondern hat die Souveränität in das Spielchen gar nicht einzusteigen. Da gehören immer zwei dazu. Einer, der klein macht, und der andere, der sich klein machen lässt."
Madeleine Leitner, Psychologin

Wer gedemütigt wird, versucht am besten ruhig zu bleiben. Oft entlarven sich die Aggressoren selbst: Wer nach unten tritt, muss eigene Probleme haben.

Mourinho der Trainer legt sich zum Beispiel immer wieder mit Spielern an. Wer sich das ins Gedächtnis ruft, also ein Verständnis für die andere Seite aufbaut, kommt schneller mit der eigenen Gefühlslage klar - was nicht entschuldigen soll, dass Chefs ebenfalls souveräner sein und solche emotionalen Ausbrüche nicht haben sollten.

Manchmal sind es aber auch gar nicht die Chefs, sondern zum Beispiel der beste Freund. Auch dann hilft oft die Frage: In welcher Situation befindet sich der oder die andere gerade? Warum macht der das? Geht es wirklich um mich - oder mehr um die Person selbst?

Mit "Ich" beginnen

Chef oder Freund: Wenn sich die Person für den Ausraster nicht selbst entschuldigt, sollten wir das Gespräch suchen - und am besten mit "Ich" beginnen: "Ich fühle mich gedemütigt, unfair behandelt." So hat das Gegenüber die Chance zu erklären und stellt im besten Fall klar, dass das nicht so gemeint war. Falls alles nichts hilft und man die Chance hat: Das Weite suchen, kündigen, Praktikum beenden.

Fußballer mit Vertrag haben es da recht einfach, wenn der Trainer sie nicht spielen lässt: Sie bekommen einfach weiterhin ihr Geld.