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Mit 23 Jahren beendet Kevin Stotz seine Laufbahn als Fußballer aufgrund von Verletzungen. Er wechselt ins Trainerfach, geht als Co-Trainer nach China und arbeitet inzwischen als Cheftrainer in den USA.

Die Entscheidung als Co-Trainer des renommierten Bundesliga-Trainers Felix Magath nach China zu gehen, hat Kevin Stotz 2016 relativ kurzfristig gefällt. Er hat seine Eltern und seinen Bruder informiert und war dann erst einmal für halbes Jahr weg. Der Sprung ins kalte Wasser hat sich rückblickend durchaus gelohnt, weil diese Auslandserfahrung dem Ex-Profifußballer später neue Jobchancen eröffnet hat.

Gemeinsam mit Felix Magath hat er als Mitzwanziger die Spieler des chinesischen Vereins Shandong Luneng Taishan trainiert - zu diesem Zeitpunkt war der Club Tabellenletzter in der Chines Super League, der höchsten Liga des Landes. Vorrangiges Ziel: der Klassenerhalt. Inzwischen zählt der Verein zu den stärksten Mannschaften des Landes.

Kevin Stotz in der chinesischen Stadt Jinan.
© privat
Kevin Stotz in der chinesischen Stadt Jinan.

Kevin Stotz war selbst bis zu seinem 23. Lebensjahr Fußballprofi in der Bundesliga gewesen und hat erste Trainererfahrung beim Bundesligsten Hoffenheim gesammelt. Die Abläufen im Profifußball kennt er also gut.

Umso größer war sein Kulturschock bei seinem neuen Job als Co-Trainer in China. Das Fitnesscenter des Fußballclubs roch noch neu und war so gut wie nicht benutzt. Das Fußballteam musste erst einmal langsam an das Training mit den Geräten herangeführt werden.

Die Trainer haben mit vielen Herausforderungen gekämpft: Spieler, die immer wieder an dieselben Regeln erinnert werden mussten, oder ein wahnsinnig bürokratisierter Alltag, bei dem allein für das Bestellen von Kugelschreiber unzählige Formularen und Genehmigungen notwendig waren.

"Felix ist keiner, der im Training großartig eingreift, er ist mehr derjenige, der seine Co-Trainer machen lässt. Von daher stand ich da mit 25 Jahren vor der Mannschaft.
Kevin Stotz, ehemaliger Co-Trainer von Felix Magath in China
Co-Trainer Kevin Stotz bei seiner Arbeit für den chinesischen Fußballclub Shandong Luneng Taishan
© privat
Kevin Stotz bei seiner Arbeit als International Scout für den FC Bayern München in China.

Co-Trainer Kevin Stotz mit Verantwortung fürs Training

Eine große Herausforderung, aber auch Chance, war für Kevin Stotz, als Co-Trainer von Felix Magath zu arbeiten. Dieser hat ihm die Verantwortung für das tägliche Training übertragen.

Da in China kaum jemand Englisch spreche, sagt Kevin Stotz, musste ein Dolmetscher alle seine Traineranweisungen übersetzen. Oft musste ein kurzer Hinweis, den Kevin den Spielern geben wollte, in mehrere Sprachen übersetzt werden - für die chinesischen, aber auch für die ausländischen Spieler aus Brasilien, Italien und Portugal. Über zwei bis drei Ecken zu kommunizieren, wie es Kevin Stotz nennt, war gewöhnungsbedürftig für den jungen Trainer.

Seegurke unter neugierigen Blicken verspeist

An manche Dinge hat sich Kevin Stotz bei seinem Aufenthalt in China nicht wirklich gewöhnt: Das "Bitte-nicht-stören"-Schild an seiner Hoteltüre wurde von Hotelmitarbeitern oftmals ignoriert.

Auch mit dem chinesischen Essen ist Kevin nicht warm geworden. Bei Essenseinladungen von Fußballfunktionären und Sportdirektoren ist er aber einige Male nicht darum herumgekommen, die ein oder andere Seegurke unter neugierigen Blicken zu verspeisen.

"Da wird dann auch so lange auf dich geschaut, bis du das dann wirklich in den Mund genommen hast. So eine Seegurke hast du dann schon mal verdrücken müssen."
Kevin Stotz über seine Zeit in China

Nach seiner Rückkehr aus China hat Kevin Stotz für eine kurze Zeit als International Coach für den FC Bayern München gearbeitet. Seit September 2019 ist er Cheftrainer beim Fußballclub Daytona Rush SC in der US-amerikanischen Stadt Florida. Die Coronavirus-Pandemie bremst Kevin Stotz bei seiner Arbeit als Fußballtrainer allerdings zurzeit stark aus.

Das ganze Interview über die Auslandserfahrungen, die der Fußballtrainer Kevin Stotz in China und den USA gemacht hat, könnt ihr hören, wenn ihr oben auf dieser Webseite auf den Playbutton drückt.