Es klingt wie eine Falschmeldung, ist wohl aber keine: In der Regionalliga Südwest soll künftig eine Auswahl aus China mitspielen, um sich auf die Olympia 2020 im eigenen Land vorzubereiten. Das große Ziel aber ist aber der Gewinn einer Fußballweltmeisterschaft. Bis 2050 will China den Titel gewinnen.

Nach Recherchen des Fußballfachmagazins Kicker spielt in der kommenden Saison eine chinesischen Auswahlmannschaft außerhalb der Konkurenz in der Regionalliga Südwest, um sich um sich auf Olympia 2020 vorzubereiten.

"Im ersten Moment habe ich gedacht, was haben wir denn heute, 1.April? Es liest sich im ersten Augenblick definitiv wie eine Falschmeldung."
Tim Jürgens, stellvertretender Chefredakteur der 11 Freunde

Laut Medienberichten beziehen die Chinesen in Heidelberg Quartier, spielen aber immer nur bei den anderen Vereinen. Dadurch haben die Mannschaften der Regionalliga zwei zusätzliche Heimspiele und doppelte Zuschauereinnahmen, so Tim Jürgens: "Und sie kriegen zusätzlich 15.000 Euro vom Verband für dieses Engagement, dass sie die Spiele gegen die Chinesen machen."

Wird über die Spiele im Reich der Mitte berichtet, sei das für Mannschaften wie Kickers Offenbach eine gute Möglichkeit sich auf großer Bühne zu präsentieren, so Jürgens.

Markenbekanntheit zu schaffen in China, sei eine Idee des Deutschen Fußballverbandes. Im Kanzleramt wurde ein Abkommen mit China getroffen, um enger zu kooperieren, sagt der Redakteur des  Fußballmagazins "11 Freunde".

"Vielleicht gibt es ja auch Marktperspektiven auf einer ganz anderen Ebene, nicht nur im Fußball. Ich glaube, da spielt vieles rein, was wir momentan noch nicht so ganz durchschauen."
Tim Jürgens, stellvertretender Chefredakteur der 11 Freunde

Der DFB als weltgrößter Sportfachverband unterstützt China mit seinem Know-how bei Nachwuchsförderung. Chinas großes Ziel ist der Gewinn bei einer Fußballweltmeisterschaft. Bis 2050 will man den Titel holen. Dabei soll Deutschland helfen.

Wohin geht die Reise?

"Die Frage, die man sich in diesem speziellen Fall stellen muss", sagt Jürgens, "wie sehen wir das eigentlich hier, dass auf einmal in der deutschen Liga auf eine chinesische Mannschaft mitspielt, wenngleich auch außerhalb der Konkurrenz." Dürfen dann bald auch Teams vom Porsche oder anderen Konzernen mitspielen, wenn sie den Verband bezahlen? Der Journalist betrachtet die Kooperation daher eher skeptisch: "Ich denke mal, eigentlich war das Ligasystem so ganz gut."

"Ehrlich gesagt frage ich mich, wenn Kickers Offenbach gegen Teutonia Watzenborn spielt, warum muss dann auch noch die U-20 von China da mitspielen?"
Tim Jürgens, stellvertretender Chefredakteur der 11 Freunde