Christiania ist ein Hippiestaat in Dänemark. 1971 besetzten Hippies Häuser, um nach ihren eigenen Regeln leben zu können. Nach einer Schießerei zwischen Polizisten und einem Drogendealer steht Christiania in der Kritik.

Christiania ist kein komplett rechtsfreier Raum, aber im Vergleich mit dem Rest von Kopenhagen schon viel unkonventioneller. Die Hippies, die vor 45 Jahren Häuser besetzten, sind schon etwas älter und angepasster geworden. Viele haben einen Mietvertrag. Andere haben ganze Gebäude gekauft. Hausbesetzung war gestern.

Die Pusher Street, auf der seit jeher Drogen wie Marihuana verkauft werden, gibt es noch. Aber sie wird von organisierten Banden kontrolliert, die einen geschätzten Jahresumsatz von 134 Millionen Euro haben. Erst vor Kurzem kam es auf der dort zu einer Schießerei zwischen zwei Polizisten und einem Drogendealer. Der Drogendealer kam ums Leben, einer der Polizisten erlitt einen Kopfschutz und schwebt noch in Lebensgefahr.

"Längst haben organisierte Banden das Drogengeschäft übernommen haben. Die Hippies haben eigentlich gar nichts mehr damit zu tun:"

Die Schießerei in der Pusher Street hat die komplette Gemeinschaft schockiert. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass es tödliche Gewalt gegeben hat, aber das letzte Mal liegt schon einige Jahre zurück. Viele Bewohner haben ihren Ärger ausgedrückt und es wurde beschlossen, dass die Buden in der Pusher Street, die zum Drogenverkauf genutzt wurden, jetzt abgerissen werden.

Forderung nach Legalisierung von weichen Drogen

Viele kritische Stimmen werden laut: Christiania sei als soziales Experiment gescheitert. Ein Argument: Teilweise sind die Hippies, die die Kommune gegründet haben, auch altersbedingt nicht mehr in der Lage, die Probleme von heute in den Griff zu bekommen.

"Die Explosion von Gewalt hat die Grenzen des Experiments aufgezeigt. Man kann sagen, wir wollen kein Privateigentum, keine Anführer und keine Gewalt. Aber wenn die Gewalt von außen kommt, dann ist sie einfach da."

Viele Christiania-Bewohner lehnen den Drogenverkauf in der autonomen Gemeinde inzwischen völlig ab. Andere fordern eine Legalisierung von weichen Drogen in ganz Dänemark. Das ist allerdings ein relativ utopischer Ansatz bei einer liberal-konservativen Regierung, die von Rechtspopulisten unterstützt wird.