Die Zukunftsforscher des Club of Rome machen mit radikalen Forderungen darauf aufmerksam, dass stetiges Wachstum nicht globale Probleme löst.

Die globalen Probleme unserer Zeit: Überbevölkerung, Armut und der Klimawandel sind große Herausforderungen. Mit einem einfachen "weiter so!" können wir diese nicht bewältigen. Und so klingt es ziemlich radikal, was zwei der bekanntesten Zukunftsforscher des Club of Rome nun fordern.

Sie sagen zum Beispiel: Wer keine Kinder oder höchstens eins hat, sollte mit einer Prämie belohnt werden. Oder: Zwei zusätzliche Urlaubstage könnten die Arbeitslosigkeit senken.

Der Bericht von Jorgen Randers und Graeme Maxton an den Clube of Rome trägt den Titel: "Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen".

Randers und Maxton schlagen den Industrienationen darin Maßnahmen vor wie die Erhebung höherer Steuern auf ungesunde Produkte und fossile Brennstoffe. Sie wollen eine Abkehr vom Freihandel und vom "unendlichen Konsum". Vor allem wollen sie aber darauf hinweisen, dass der ständige Ruf nach mehr Wachstum nichts bringt.

"The reason we have this climate change is because we are demanding ever more growth. And so we have to push more and more ressources through the system - which requires more and more energy, which is causing climate change."
Graeme Maxton, Generalsekretär des Clube of Rome

Der Bericht schlägt viele Maßnahmen vor, etwa, dass bezahlte Arbeit neu definiert wird und Unternehmen wie Ressourcen gerechter besteuert werden. Ein existenzsicherndes Grundeinkommen halten die Zukunftsforscher ebenfalls für richtig.

Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, nennt den Bericht ein "starkes Zeichen" und begrüßt, dass er Lösungen anbiete.

Den Club of Rome gibt es seit 1968. Darin haben sich Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft zusammengeschlossen - aus mehr als 30 Ländern. Die Organisation setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Anfang der 70er kam sein bis heute viel beachtetes Buch "Die Grenzen des Wachstums" heraus.