Mit den aktuellen Abstandsregeln lohnt es sich gar nicht, die Clubs wieder zu eröffnen, sagt Pamela Schobeß, Vorsitzende des Vereins Clubcommission Berlin. In ihren Club "Gretchen" könnte sie aktuell nur 36 Leute hereinlassen. Viel zu wenig, um davon leben zu können.

Das Land Berlin habe verstanden, wie wichtig die Clubs für die Stadt, die Gesellschaft und die Wirtschaft sind, sagt Pamela Schobeß. Deswegen werden Bundesmittel und Landesmittel zur Verfügung gestellt, die den Clubs helfen sollen, zu überleben. Das Problem sei nur, dass es zum Teil sehr kompliziert sei, diese Hilfen zu erhalten. Denn die Kriterien seien nicht immer passgenau, sagt Pamela Schobeß.

"Das Problem ist nur, die Hilfen sind in Teilen wahnsinnig kompliziert. Die Kriterien sind nicht unbedingt immer passgenau."
Pamela Schobeß, Clubbetreiberin und Vorsitzende der Clubcommission Berlin

Einige der Clubs haben von Anfang an kleine Hilfen bekommen, andere erst viel später. Wieder andere seien bei beiden Programmen, die es gab, durch das Raster gefallen, sagt die Vorsitzende der Clubcommision Berlin. Inzwischen gebe es viele verschiedene Förderprogramme, bei denen Clubs Gelder beantragen können, und so könnten vielleicht jetzt alle Clubs Unterstützung erhalten. Für Pamela Schobeß eine Art Scheidepunkt.

Manche Clubs können noch eine Weile durchhalten

Die Berliner Club-Betreibenden seien alle mehr oder weniger verschuldet, sagt Pamela Schobeß, in der Hoffnung, dass öffentliche Gelder ihre Verluste auffangen. Doch wenn diese nicht greifen, sei es eigentlich widersinnig, sich weiter zu verschulden. Denn sie wüssten ja nicht, wann sie wieder öffnen und ein normales Veranstaltungsprogramm anbieten können.

"Das ist ein bisschen der Knackpunkt: Aus wirtschaftlicher Sicht ist es idiotisch, sich zu verschulden, ohne zu wissen, was passiert, wann es weitergeht und ob die Mittel helfen."
Pamela Schobeß, Clubbetreiberin und Vorsitzende der Clubcommission Berlin

Clubs, die über Außenflächen verfügen, könnten Biergärten eröffnen und so zwischenzeitlich über die Runden kommen. Clubs, die nur über Innenräume verfügen, haben diese Ausweichmöglichkeit nicht.

Zu wenig, um zu überleben

Pamela Schobeß darf in ihren Club "Gretchen" aufgrund der Abstandsregeln zurzeit nur 36 Leute hereinlassen. Der Eintritt kostet 15 Euro, pro Abend werden so 360 Euro brutto eingenommen. Unterm Strich sei das ein Minusgeschäft.