Es ist immer die Rede von zu viel CO2 - zumindest, wenn es um die Atmosphäre geht. Zurzeit sorgt aber ein CO2-Mangel für leere Supermarktregale.

CO2 ist für die Lebensmittelproduktion unerlässlich. Zu Lebensmittelverpackungen wird es hinzugefügt, damit Fleisch und Co länger haltbar sind. Das CO2 verdrängt als Schutzgas den Sauerstoff in den Verpackungen. Dadurch wachsen Bakterien und Schimmelpilze langsamer.

Lebensmittelproduktion ist auf CO2 angewiesen

Aber auch viele andere Produktionsprozesse sind ohne CO2 nur schwierig zu bewerkstelligen oder nicht möglich. Beispielsweise wird auch die Luft in Gewächshäusern mit CO2 angereichert, damit Tomaten und andere Pflanzen schneller wachsen und reifen können. Und es wird genutzt, um Schlachttiere zu betäuben, bevor sie getötet werden.

Kühlmittel und Kohlensäure für Limo

Auch als Kühlmittel wird CO2 eingesetzt, beispielsweise in Form von Trockeneis für Covid-Impfstoffe. Hier ist der Bedarf aufgrund der Pandemie stark angestiegen. Und auch die Getränkeindustrie nutzt das Gas, um Bier, Mineralwasser und Limonaden mit Kohlensäure anzureichern.

Weshalb das CO2 zurzeit knapp ist

Oft fällt CO2 als Abfallprodukt in der Landwirtschaft oder Industrie an. Einer der größten Lieferanten ist die Düngemittelindustrie: Das CO2 entsteht bei der Herstellung von Ammoniak, aus dem dann Dünger gemacht wird.

Für die Ammoniak-Herstellung wird Erdgas benötigt – das ist allerdings zurzeit teuer. Aus diesem Grund haben die Düngemittelhersteller die Produktion heruntergefahren. Dadurch entsteht gleichzeitig weniger CO2 als Abfallprodukt.

Eine weitere Quelle für CO2 sind Gärungsprozesse in Biogasanlagen und sogenanntes Quell-CO2, unterirdische CO2-Vorkommen, die genutzt werden, um Mineralwasser und andere Sprudelgetränke mit Kohlensäure anzureichern.

"Da gibt es erste Anlagen, die genau das tun. Die brauchen sehr viel Strom, um das CO2 aus der Atmosphäre zu saugen, abzutrennen und dann entsprechend zu nutzen oder zu verwerten."
Andreas Voss von der Firma Air Liquide, die Industriegase herstellt

Mit der Idee, CO2 aus der Luft zu gewinnen, wird bereits in ersten Anlagen experimentiert. Allerdings sind die Mengen, in denen es in unserer Atmosphäre vorkommt, im Vergleich zu Sauerstoff und Stickstoff, sehr gering.

Zudem ist die Gewinnung aus der Luft sehr energieintensiv. Dadurch werden sehr große Mengen an Strom verbraucht. Wenn Strom verbraucht wird, entsteht dabei je nach Brennstoffquelle wieder CO2. Insgesamt ist diese Art der Produktion sehr teuer.

*Das Bild auf dieser Seite zeigt ein Supermarktregal in der britischen Stadt Birmingham. Bei der Produktion mancher Lebensmittel entsteht aufgrund des CO2-Mangels zurzeit ein Stau.