New Order, Missy Elliott, A-Ha, Blur, Faith no More, Janet Jackson und bald auch Destiny’s Child - alle wieder da, alle feiern Comebacks. Ist das immer eine gute Idee?

Viele einstige Stars haben irgendwann die Bühne verlassen. Aber Jahre später kommen sie doch zurück. Vielleicht weil ihnen das Leben im Rampenlicht fehlt oder sie schlicht pleite sind. Aber ist das Comeback auch immer eine gute Idee? Wir haben da einige Beispiele.

Popmusik für alle

Auffallend viele Bands haben sich in diesem Jahr für Konzerte oder sogar neue Platten wiedervereinigt. Warum auch nicht? Die gealterten Fans freuen sich und die Künstler zeigen sich wieder auf den Bühnen der Pop-Welt. Musikprofessor Christoph Jacke erklärt es so: Popmusik sei gesellschaftlich etabliert. Deshalb gebe es auch immer mehr Revivals.

"Das Gestrüpp wird immer größer. Darum gibt es auch immer mehr Verweise und Rückgriffe und Comebacks."
Professor Christoph Jacke, Dozent im Fach Musik an der Uni Paderborn über das Phänomen des Comebacks

Wer hätte gedacht, dass The Libertines nochmal ein Album machen? Oder Nu Metal Prolls wie Limp Bizkit wieder ins Studio gehen? Wer will heute noch Nu Metal hören? Ist das überhaupt noch nu? Sogar erklärte Antikapitalisten wie Rage Against The Machine feiern manchmal ihre Wiederkehr. Wenn Bands sich wieder vereinigen, dann profitieren mehrere davon: Die Band, die Veranstalter und natürlich das Publikum.

"Das alternde Publikum bekommt Stabilität. Sie wissen, wie die Musik klingen wird - und die Chance ihre Jugend wieder aufleben zu lassen. Die Band kann sich an ihrem Status als Legende freuen und wieder mit den Fans in Kontakt treten."
Autor Simon Reynolds in seinem Buch "Retromania" über das Phänomen des Comebacks

Laut einer Studie des Streaming-Dienstes Spotify nimmt der Konsum von neuer Musik ab dem Lebensalter von 35 Jahren rapide ab. Bei den Fans zeichnen sich verschiedene Typen ab. Die, die sagen: "Ich will alles so wie damals." Oder: "Das ist fürchterlich." Oder: "Die guck ich mir noch mal an, bevor die tot sind."