Mit 14 Jahren hatte Florian Schroeder seinen ersten Auftritt in Harald Schmidts Fernsehsendung "Schmidteinander" und parodierte Prominente - das ist zum Markenzeichen des Comedian und Kabarettisten geworden.

Politiker und Prominente werden oft und gerne interviewt - die Antworten sind oft wenig spektakulär und meist erwartbar. Ganz anders allerdings sind die Antworten, wenn Florian Schröder für die gefragten Promis antwortet. Zum Beispiel auf die Frage an Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) warum er den CDU-Politiker Philipp Mißfelder, derzeit außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, zu seinem 70. Geburtstag nach Sankt Petersburg eingeladen hat:

"Ich sach mal so, ich hab den kleine Philipp Mißfelder mitgenommen als Anstandswauwau. (…) Wenn ich am Ende den Mißfelder und seine Kariere auf dem Gewissen habe, dann wird mir das Land zu recht wieder dankbar sein."
Florian Schroeder als Gerhard Schröder

Oder die Frage an den Fußballspieler Thomas Müller, nachdem FC Bayern im Champions League-Halbfinale 0:4 gegen Real Madrid verlor: "Hintenanfällig und vorne kaum Chancen - woran liegt das derzeit?"

"Das liegt daran, dass wir vom FC Bayern München geschwächt sind durch Uli Hoeneß. Uli Hoeneß, die moralische Instanz geht in den Knast, wir spüren das in den eigenen Knochen (…) wir fühlen uns im Grunde eingesperrt in die JVA Landsberg. (…) Wir sind solidarisch mit Uli Hoeneß und das macht uns so schwach."
Florian Schroeder als Thomas Müller

Uli Hoeneß erzählt in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit, dass er in letzter Zeit sehr schlecht schlafe. Daraufhin fragt die Die Zeit: "Was machen sie, wenn sie nicht schlafen können?"

"Ich zähle Nullen, (…) die ich früher durch die virtuelle Finanzwelt gejagt habe. Diese Nullen, die ich jetzt nicht mehr bewegen kann, weil ich kurz davor stehe in den Knast zu wandern. (...) Deswegen muss ich mir die Zahlen, die Zahlen mit mehr Nullen, als der FC Bayern Mitglieder hat, vorstellen, träume von ihnen und wünsche mir eine Zeit, wo ich sie alle wieder auf dem Konto habe."
Florian Schroeder als Uli Hoeneß

Anlässlich strengerer Gesetze in Mallorca fragt die Bild-Zeitung: "Bikini-Bann und Sauf-Stopp - in zehn Tagen sollen neue Malle-Gesetze kommen. Was denken Sie?" - "Man kann es einem durchschnittlichen Mallorca-Touristen nicht zumuten, dass er auf der Insel ankommt, er hat sich schon die volle Dröhnung gegeben," karikiert Florian Schroeder DEN deutschen Mallorca-Reiseunternehmer.

Satire pur

"Und dann trifft er da auf völlig nüchterne Menschen, die ordentlich gekleidet durch die Gegend laufen. Das schockt den Ballermann- und Mallorcatouristen so sehr, dass er wahrscheinlich in Ohnmacht fallen wird," prognostiziert Florian Schroeder. "Die Krankenhäuser auf der Insel werden überlastet sein. Sie werden den Ansturm der Patienten nicht ertragen, und deswegen muss diese Regelung gekippt werden, bevor sie kommt," fordert Florian Schroeder in seiner Satire.

Um keine Antwort verlegen

In einem FAZ-Interview wird Schauspieler Francis Fulton-Smith, der Franz Josef Strauß darstellt in dem Fernsehfilm "Die Spiegel-Affäre", gefragt: "Haben Sie sich in bester De Niro-Manier das Straußgewicht draufgefressen?"

"Ja, aber das schwierigste war gar nicht das Drauffressen, sondern dieser untersetzte Gang, diese nach oben gezogenen Schultern, diese krampfige Haltung, dieser Stiernacken, der fehlende Hals. Wenn ich ihn spielen musste im Film, (…), hatte ich jedes Mal das Gefühl, mein Hals wird nie wieder herauskommen."
Florian Schröder als Francis Fulton-Smith