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Wenn man einen Messenger wie Signal, Telegram oder Whatsapp nutzen will, dann will die App sofort alle Kontakte im Adressbuch. Aber es wird an einer Lösung gearbeitet, mit der ihr euch wehren könnt.

Für den Datenschutz ist es ein Problem: Wenn ihr einen Messenger zum ersten Mal startet, bittet der um Zugriff auf alle Kontakte in eurem Adressbuch. Davon sind auch die Bekannten von euch betroffen, die diesen bestimmten Messenger überhaupt nicht benutzen.

Es gibt aber eine Lösung für dieses Datenschutz-Problem: Forschende der TU Darmstadt und der TU Graz arbeiten an "Contact Guard". Das ist ein Verfahren, mit dem Adressbücher künftig sicher abgeglichen werden können – dafür hat es bereits den IT-Sicherheitspreis gewonnen.

So funktioniert der Contact Guard

Zum einen können User mit Hilfe einer Erweiterung bestimmte Adressen in ihren Kontakten als "sensitiv" kennzeichnen. Auf diese Kontakte bekommen Whatsapp, Signal oder Telegram dann keinen Zugriff mehr.

Zum anderen durchsucht die Software in dem Moment, in dem du zum Upload deiner Adressen aufgefordert wirst, alle bei dem Anbieter bereits gespeicherten Adressen und Kontakte – und "Contact Guard" gibt dann nur die Kontakte weiter, die das Unternehmen sowieso schon in seinen gespeichert hat.

So könntet ihr die Menschen in euren Kontakten schützen, die bestimmte Messenger gar nicht benutzen. "Denn die landen bei den Adressbuchabfragen mit dem bisherigen Verfahren trotzdem auf den Servern der Messenger-Dienste", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. "Es ist ja keinesfalls gewährleistet, dass die Messenger-Anbieter mit diesen Adressdaten keinen Unfug treiben."

"Alle Adressbuchabfragen landen auf den Servern der Messenger-Dienste. Es ist ja keinesfalls gewährleistet, dass die Messenger-Anbieter mit diesen Adressdaten keinen Unfug treiben."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Aber: "Contact Guard" ist noch nicht ganz fertig und es gibt ein Problem: "Wenn 'Contact Guard' deine gespeicherten Adressen mit denen des Anbieters abgleicht, dann kann das derzeit noch etwas länger dauern", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. "Die Nutzerdatenbank von Whatsapp umfasst ja über zwei Milliarden Einträge – ein Abgleich würde also ziemlich lange dauern." Daran arbeiten die Forschenden noch.

Außerdem würden durch die Datenverarbeitung zusätzliche Kosten auf die Messenger-Anbieter zukommen. Christian Rechberger von der TU Graz, der an der Entwicklung des Verfahrens beteiligt war, hofft darum, dass es künftig strengere Datenschutzrichtlinien für die Messenger gibt. Sie sollten gesetzlich gezwungen werden, ein Verfahren wie "Contact Guard" einzusetzen.

"Bis 'Contact Guard' also auf dem Handy zum Einsatz kommt, kann es noch ein bisschen dauern."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Dass die Messenger-Dienste selbst und freiwillig darauf verzichten, die Daten abzufragen, ist unwahrscheinlich: Sie argumentieren, dass der Upload der Adressen auch viele Vorteile bringt, zum Beispiel, dass Userinnen und User schnell und ohne viel Konfiguration sofort loslegen können.

Bis 'Contact Guard' also wirklich auf dem Handy zum Einsatz kommt, könne es noch ein bisschen dauern, vermutet Martina Schulte deswegen.