Warner Music hat Copyright-Beschwerde eingereicht gegen die Produzenten eines Star-Wars-Videoclips. Obwohl der fast keine Musik enthält. Mittlerweile wurde die Beschwerde zurückgezogen.

Als YouTube populär wurde, sahen Film- und Musikfirmen den Untergang des Abendlandes heraufziehen. Die Plattform sei eine einzige Raubkopie-Lasterhöhle. Mittlerweile sehen das zwar alle Seiten etwas entspannter – doch natürlich laden User dort nach wie vor Clips hoch, ohne die Rechte an Bildern und Tönen zu haben. 

Dagegen können die Copyright-Besitzer vorgehen.

Youtube-Screenshot des Videos "Star Wars minus Williams" der "Auralnauts"
© Youtube | Screenshot Dlf Nova
Stummer Einmarsch in die Abschlussszene.

Genau das hat jetzt Warner Music gemacht. Es geht um das Video Star Wars minus Williams. In diesem Spot sieht man die Schlussszene von Star Wars – Episode IV: Luke Skywalker, HanSolo und Chewbacca marschieren in den Thronsaal ein, um dann von Prinzessin Leia mit dem höchsten Verdienstorden der Republik ausgezeichnet zu werden.

"Das sieht schreiend komisch aus, weil etwas Entscheidendes fehlt."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Man hört Leute verlegen hüsteln, der Wookie Chewbacca grunzt – und das war's eigentlich. Die vielleicht berühmteste Filmmusik der Kinogeschichte fehlt: der Soundtrack von John Williams.

Die Rechte an dem Sound hat Warner Music. Deren Tochterfima Warner/Chappell hat sich nun vor kurzem an YouTube gewendet, . eben an die "Auralnauts", die den Spot 2014 bei YouTube eingestellt haben.

"Monetization Claim"

4,2 Millionen Views hat der Clip bisher. Warner/Chappell hat den "Monetization Claim" gestellt: Sie wollten die eventuellen Werbe-Erlöse von den "Auralnauts", beziehungsweise von YouTube haben. 

"Warum der- oder diejenige das gemacht hat, ist bisher ein Rätsel."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Die Beschwerde von Warner geht nicht auf einen automatisierten Algorithmus zurück – war also keine unbeabsichtigte Panne, berichtet Wired, sondern wurde tatsächlich von einem Menschen eingereicht.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat vermutet: Vielleicht hat er oder sie die kurze Musik am Anfang des Clips mit der Star-Wars-Musik verwechselt – die ist aber vom Komponisten Gustav Holst aus seinem Werk "The Planets", die sich übrigens getrost als Inspirationsquelle für die Filmmusik von John Williams interpretieren lässt

Rückzieher von Warner

Ende gut, alles gut: Kurz nachdem Warner und YouTube mitbekommen haben, das die "Auralnauts" mit dem Wired-Journalisten über den skurrilen Fall gesprochen haben, ist die Beschwerde zurückgezogen worden.