StopCovid heißt die App, die in Frankreich das neuartige Corona-Virus bekämpfen soll. Doch sie ist umstritten und hat noch einige technische Probleme.

Mitte des Monats soll die Corona-Tracing-App bei uns in Deutschland erscheinen. Frankreich ist da schon etwas weiter – dort gibt es bereits jetzt eine Corona-App zum Download: StopCovid heißt sie und soll dabei helfen, das Corona-Virus einzudämmen. Ihre Nutzung ist freiwillig.

Wer die App auf dem Smartphone installiert und aktiviert hat, muss Bluetooth aktivieren, und dann legt die Corona-App los. "Hat man sich 15 Minuten oder länger in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten, bekommt man einen Alarm in der eigenen App und kann sich dann selbst testen lassen oder in Quarantäne machen", erklärt Sabine Wachs, Deutschlandfunk-Korrespondentin für Frankreich. Vorausgesetzt natürlich, die infizierte Person nutzt die App ebenfalls. Und wer gar nichts mit dieser Information anfangen möchte, kann das auch tun.

"StopCovid ist freiwillig, man muss sie sich nicht laden."
Sabine Wachs, DLF-Korrespondentin in Frankreich

Obwohl die nationale Kommission für Datenschutz grünes Licht gegeben hat, haben viele Datenschützerinnen und Datenschützer in Frankreich noch Bedenken zum Persönlichkeitsschutz und der Datensicherheit.

Denn: Anders als Deutschland hat Frankreich für seine App den zentralen Ansatz gewählt. Das heißt: Die Daten werden sowohl auf dem Smartphone als auch auf einem nationalen Server gespeichert. "Auf diesen Server hat die französische Gesundheitsbehörde Zugriff", sagt Sabine Wachs.

Die Regierung hat versprochen, alles zu unternehmen, damit der Server so sicher wie möglich ist. Hacker im Auftrag der Regierung sind damit beschäftigt, Sicherheitslücken in der App und auf den Servern zu finden. Trotzdem sind nicht alle Menschen in Frankreich so ganz glücklich mit der Lösung.

Anti-Covid-App: Sorgen um Datenschutz und Wirksamkeit

Neben den Datenschutz-Sorgen hat die StopCovid-App noch mehr Probleme:

Die App bringt nur etwas, wenn mindestens 60 Prozent der Menschen sie nutzen. Dabei haben nur etwa 75 Prozent der Menschen in Frankreich überhaupt ein Smartphone. Vor allem ältere Leute, für die die App als Risikogruppe besonders interessant wäre, haben oft keins.

"60 Prozent müssten die App haben, damit sie wirklich etwas bringt."
Sabine Wachs, DLF-Korrespondentin in Frankreich

Außerdem hat Frankreich die App ohne Unterstützung von Apple und Google entwickelt – und Apple bietet noch keine Schnittstelle für die App an. Auf einem iPhone muss die App also offen sein, damit sie Daten empfängt. Das zieht viel Akku. Und wenn man dann eine andere App öffnet, kann StopCovid nicht mehr funktionieren.

Der französischen Regierung sind die Probleme klar, sagt unsere Korrespondentin Sabine Wachs: Die App ist keine Wunderwaffe. Sie macht kein Händewaschen, keinen Abstand und keinen Mundschutz überflüssig. Aber: Jeder Fall, der mit der App nachverfolgt werden kann, sei schon ein Erfolg.