Was ist zu tun, wenn die Corona-App plötzlich ein erhöhtes Infektionsrisiko anzeigt? Erste Schritte sind ein PCR-Test und Selbstisolation. Regional gibt es aber unterschiedliche Regelungen, ob nun der PCR-Test kostenlos ist oder nicht.

So viele Menschen wie nie zuvor sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Der aktuelle Stand wird ständig vom Robert-Koch-Institut ermittelt. Wer die Corona-Warn-App installiert hat, bekommt angezeigt, wann eine Infektionsgefahr besteht. Sie registriert Kontakte und soll dann mittels einer Risikobewertung helfen, Infektionsketten zu unterbrechen.

Sobald die App ein erhöhtes Ansteckungsrisiko signalisiert, sollten Nutzerinnen und Nutzer reagieren. Die Empfehlung der App lautet, sich möglichst zuhause zu isolieren und sich telefonisch ärztlich, oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 oder beim Gesundheitsamt beraten lassen.

Selbstisolation und Kommunikation

Überlegen, wen man getroffen hat und die Leute kontaktieren und für die nächsten Tage erstmal Selbstisolation, das sei sinnvoll findet Deutschlandfunk Nova-Reporterin Ilka Knigge.

"Die Warn-App war und ist immer schon freiwillig gewesen. Bei der Interpretation einer roten Anzeige sind wir gerade mehr denn je auf uns selbst gestellt."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Weitere klare Handlungsanweisung gibt die App dann allerdings nicht aus. "Wenn man Symptome hat oder nicht geimpft ist, dann auf jeden Fall ein PCR-Test", empfiehlt Ilka bei einer roten Warn-App. Schnelltests sind seit Kurzem wieder einmal pro Woche kostenfrei. Leuchtet die Corona-Warn-App rot, hat man das Recht auf einen kostenlosen PCR-Test.

"Mindestens einen Schnelltest pro Woche gibt es wieder kostenfrei und mit einer roten Warn-App auch den PCR-Test."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Allerdings wird die Regelung für einen kostenlosen PCR-Test bei roter Corona-Warn-App ganz unterschiedlich gehandhabt. In der Praxis bleibt die Entscheidung offenbar Ärztinnen und Ärzten und den Gesundheitsämtern überlassen und Betroffenen müssen laut netzpolitik.org regelrecht darum kämpfen.

Keine Quarantäne für Geimpfte bei Kontakt zu infizierter Person

Dass es kein einheitliches Vorgehen gibt, ist insofern unverständlich, weil das Gesundheitsministerium erst Mitte November mitgeteilt hat, dass PCR-Tests für Menschen mit roter Corona-Warn-App kostenlos sind.

Immerhin eins ist klar: Für Geimpfte gilt grundsätzlich, dass sie selbst dann nicht in Quarantäne müssen, wenn sie direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatten und symptomlos bleiben.

"Quarantäne muss als geimpfte Person nicht sein, also einkaufen und spazieren und so weiter, das geht schon. Aber vielleicht nicht zum Yoga oder zu Freund*innen in die Wohnung gehen."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Ein Selbsttest fünf bis sieben Tage nach der Risikowarnung zu machen, ist auf jeden Fall sinnvoll. Das gilt auch für Menschen, die ihre Boosterimpfung bereits hinter sich haben. Auch sie sollten sich bei einer roten Warnung durch die App nicht weniger vorsichtig verhalten als ohne, sagt Laura Weisenburger von der Apotheken Umschau.

"Wenn ein bisschen Zeit vergangen ist und die Geboosterten wiederum mit infizierten Menschen in Kontakt gekommen sind, wird sich herausstellen, wie gut und wie lange diese Boosterimpfung schützt."
Laura Weisenburger, Apotheken Umschau