Unreine Haut und schlechte Laune schieben wir häufig auf unsere Hormone. Kimberley Kniffka berichtet, wie sie selbst mit ihrem hormonellen Ungleichgewicht umgegangen ist und ihr Problem zum Beruf gemacht hat. Florian Kiefer, Hormonexperte und Doktor der Endokrinologie, erläutert, ob und wie wir Hormonausschüttungen beeinflussen können.

Was sind eigentlich diese Hormone, wie beeinflussen sie unseren Körper und was kann man tun, um ihre Ausschüttung zu verändern? Der Endokrinologe Florian Kiefer, der sich medizinisch damit auseinandersetzt, erklärt, dass es sich um Botenstoffe handelt, die Prozesse wie die Organfunktion im Körper regulieren. Sie werden von verschiedenen Drüsen produziert und oder entstehen zum Beispiel im Darm oder Gehirn. Dabei binden sie bestimmte Signalempfänger, die die Wirkung von Hormonen in die Zellen abgeben.

"Grundsätzlich bin ich schon der Meinung, dass man mit Bewegung und ausgewogener Ernährung seine Hormone beeinflussen kann."
Florian Kiefer, Endokrinologe

Schilddrüsenhormone zum Beispiel sind dabei unter anderem für unsere Verdauung zuständig. Florian Keller sagt, dass aktuell circa 100 Hormone und deren Funktion bekannt sind, es aber in unserem Körper viel mehr Hormone (circa 1000) gibt, von denen wir nicht viel wissen.

Hormone analysieren

Frau am Schreibtisch
© Kimberley Kniffka
Kimberley Kniffka

Um zu erkennen, ob ein Ungleichgewicht vorliegt, ist es zunächst wichtig, die Hormone zu analysieren. Dabei ist es laut Florian Kiefer zunächst wichtig, wann zum Beispiel im Zyklus oder zu welcher Tageszeit Hormonwerte bestimmt werden. In der Medizin werden Hormone über das Blut ermittelt. Das ist ein internationaler Standard, bei dem es anerkannte Ergebnisse gibt, erklärt Florian Kiefer.

"Nur Ernährung würde auch nicht reichen. Ich habe eine spezielle Analyse und dann gucken wir, dass wir da Nährstoffempfehlungen mit dabeihaben."
Kimberley Kniffka über ihr Hormoncoaching

Hormoncoaches wie Kimberley Kniffka hingegen sagen, dass eine genaue Ermittlung der Hormonwerte insbesondere über eine Haaranalyse möglich sei. Sie arbeitet mit einem speziellen Messverfahren, womit sie genau beurteilen könne, was der Körper benötigt.

"Da muss man aus meiner Sicht ein wenig aufpassen, das kann ganz schnell in eine Richtung gehen, wo Patienten ihre Ernährung umstellen, Supplemente oder Hormone nehmen und dafür Geld ausgeben, was gar nicht nötig ist."
Florian Kiefer, Endokrinologe

Der medizinische Experte Florian Kiefer hingegen sagt, dass es keinen standardisierten Test bei den Haar- und Speichelanalyse Methoden gibt und auch kein geprüften Referenzbereich, der medizinisch anerkannt ist, existiert. Er rät, sich für eine Therapieform ärztlichen Rat einzuholen.

Hormone beeinflussen

Kimberley hatte selbst Probleme, nachdem sie ihre Pille abgesetzt hat. Zunächst versuchte sie selbst Stimmungsschwankungen und einen unregelmäßigen Zyklus mit Ernährung in den Griff zu bekommen. Hormonelle Beschwerden sind laut Kimberley eine Folge anderer körperlicher Probleme. Nach einer Ausbildung zur Ernährungsberaterin hat sie Fortbildungen in Heilpflanzenkunde, orthomolekularer Medizin und Frauenheilkunde gemacht. Aktuell absolviert sie außerdem noch eine Ausbildung als Gesundheitscoach.

"Wenn wir hormonelle Beschwerden haben, müssen wir uns damit beschäftigen, woher sie wirklich kommen."
Kimberley Kniffka

Hormone können mit einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung beeinflusst werden, das sagt auch Mediziner Florian Kiefer. Es gibt aber auch diverse hormonelle Defizite oder Überproduktionen, die seiner Meinung dadurch nicht ausreichend behandelt werden können. Wenn bestimmte hormonelle Erkrankungen vorliegen, sollte man sich nicht alleine auf einen Hormoncoach verlassen, sondern einen Experten zurate ziehen. Kimberley Kniffka hingegen hat mit ihren Klient*innen die Erfahrung gemacht, dass, wenn eine richtige Strategie gefahren wird, Hormonmedikamente wieder abgesetzt werden konnten.

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Kimberley Kniffka
  • Florian Kiefer, Doktor der Endokrinologie
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gast:  Kimberley Kniffka
  • Experte:  Florian Kiefer, Doktor der Endokrinologie