Weltweit werden Beatmungsgeräte entwickelt, die sich möglichst schnell und einfach produzieren lassen - unabhängig von speziellen Bauteilen und Lieferketten. Manche Ansätze sind vielversprechender als andere.

An neuen Beatmungsgeräten wird gerade überall mit Hochdruck gearbeitet. Das Ziel: Beatmungsgeräte mit wenig Produktions- und Lieferaufwand, die sofort in den Krankenhäusern einsetzbar sind.

Deshalb wird besonders an Beatmungsgeräten gearbeitet, deren Bauteile unter anderem aus einem 3D-Drucker hergestellt werden können oder auch anderen Geräten, die nicht so speziell sind, Laser-Cutter zum Beispiel.

Klappt eine solche On-Demand-Produktion, wären Krankenhäuser unabhängiger von großen Firmen und müssen nicht auf externe Produktionen und Lieferungen warten.

Die Qualität der Beatmung darf darunter aber nicht leiden.

Schnorchel-Masken in Italien

In Italien wurden beispielsweise Schnorchelmasken von einem Sport-Discounter an die Krankenhäuser gespendet. Die Masken, die das ganze Gesicht bedecken, werden an Beatmungsgeräte über einen speziellen Aufsatz angeschlossen. Die Druckluft wird dann durchgeleitet und soll dabei helfen, dass die Lungenbläschen nicht kollabieren, wie das bei Covid-19-Patienten der Fall sein kann.

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Auch die eine Uniklinik der freien Uni Brüssel in Anderlecht in Belgien hat die Masken bereits an gesunden Menschen getestet. Ab 30.03.2020 wollen sie sie auch an Covid-19-Patienten testen.

System Blasebalg

Ein anderes Beatmungssystem, das entwickelt wurde, funktioniert nach dem System eines Blasebalgs. Diesen sollen die Ärzte dann immer bei sich haben und per Hand Luft pumpen.

Es wurden auch schon Antriebe entwickelt, in die man einen Blasebalg einspannen kann, damit er mechanisch zusammengedrückt werden kann. Das MIT in den USA hat beispielsweise solch ein System entwickelt.

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Auch deutsche Wissenschaftler an unterschiedlichen Hochschulstandorten tüfteln inzwischen an solchen Geräten, zum Beispiel Experten der Uni Marburg mit ihrem "Breathing Project". Und die RWTH Aachen hat eine einfache Beatmungspumpe für Notfallsituationen entwickelt.

Professor Jan Borchers, Medieninformatiker an der RWTH Aachen
"Sie brauchen eine ausgebildete Person, um so ein Gerät zu bedienen. Ansonsten bringen sie jemanden eher um, als dass sie ihm helfen!"

Von den zahlreichen Bauplänen von Beatmungsgeräten aus dem 3D-Drucker, die zurzeit im Netz kursieren, seien nur einige sinnvoll, sagt Borchers. Die allermeisten befänden sich nämlich noch im Prototypen-Stadium.

Außerdem würde einem so ein Gerät zu Hause privat gar nichts nutzen - ohne eine ausgebildete Person, die die diversen Einstellungen fachgerecht vornehmen könne.

Der Vorgang der Beatmung ist komplex: Luftvolumen und Luftdruck beim Ein- und Ausatmen, Beatmungsfrequenz oder auch die Geschwindigkeit, mit der die Luft in die Lunge gepumpt wird, müssen genau abgestimmt und angepasst werden.

Am ehesten fürs Ausland

Die Forschung, die die RWTH gerade mache, sei vor allem für das Ausland gedacht, sagt Borchers. Er gehe davon aus, dass die Kapazitäten an herkömmlichen Beatmungsgeräten für Deutschland selbst ausreichen.

In Indien oder einigen afrikanischen Ländern sei das aber anders, dort könnten schnell produzierten Beatmungsgeräte noch äußerst wichtig werden, glaubt er.

Erstmal testen

Ideen gibt es also scheinbar ausreichend. Dass es allerdings in Kürze ein Gerät geben wird, das alle Krankenhäuser benutzen können, ist unwahrscheinlich, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn. Zudem müssen alle Beatmungsgeräte erst einmal an Menschen getestet werden, bevor sie in den Einsatz kommen.

Die "Do-it-Yourself"-Geräte können deshalb auch erstmal nicht die Gerätschaften auf den Intensivstationen ersetzen, sie sind bisher eher für leichtere Krankheitsverläufe gedacht.