Geht es nach einigen, die selbst auf der Corona-Demo in Berlin gewesen sind, waren es über eine Million Demonstrierende. Die Polizei spricht von 20.000 Teilnehmern. Im Netz tobt seitdem eine Debatte über die Teilnehmerzahl, die von der eigentlichen Demo ablenkt. Ein Faktenchecker wehrt sich jetzt gegen Vorwürfe.

Nach der Corona-Demo in Berlin hat Faktenchecker Patrick Gensing eine Recherche über die Teilnehmerzahl für die Tagesschau veröffentlicht. In sozialen Netzwerken tauchten massenhafte Postings auf, die von mehr als einer Million Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen am Wochenende in Berlin berichteten. Die Polizei sprach allerdings nur von 20.000 Personen.

Eine Analyse von Bildern und Daten führte Gensing zu dem Schluss: In sozialen Netzwerken wurden Fake News rund um die Teilnehmerzahl verbreitet. Der Unterton im Netz: Die Medien würden bewusst eine falsche Teilnehmerzahl nennen.

Faktenchecker wird im Netz angegangen

Seit seinem Bericht gibt es auch Gegenwind für den Faktenchecker. So tauchte ein Video auf, indem ihm selbst die Verbreitung von Fake News vorgeworfen wird. So solle eine von ihm verwendete Fotoaufnahme zu einem anderen Zeitpunkt aufgenommen worden sein. Die Reaktionen machen Patrick Gensing Sorgen: "In Mails und Messenger werde ich bepöbelt, weil ich angeblich manipuliert hätte; dazu kommen Anfragen von Kollegen, die wissen wollen, von wann das Foto sei, weil das Video so überzeugend sei."

"So läuft das heutzutage. Erst wird irgendwas behauptet, dann wird das widerlegt - und diejenigen, die es widerlegen, werden dann der Lüge oder Manipulation bezichtigt. Und schon geht es nicht mehr um die #FakeNews an sich, sondern um die bösen Medien."
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In der aktuellen Ausgabe unseres Medienmagazins spricht Patrick Gensing über die Auswirkungen seines Faktenchecks sowie über Verifikation und Misstrauen.

Am 13. August läuft die letzte Ausgabe von Eine Stunde Was mit Medien bei Deutschlandfunk Nova. Das Format geht als eigenständiger Podcast unter wasmitmedien.de weiter.