Die Infektionszahlen steigen weiter: Auch Geimpfte und Geboosterte können sich anstecken. Die Vorratskammer und die Hausapotheke können wir deshalb vorausschauend checken und - wenn nötig - aufstocken.

Nach bisherigem Wissensstand wird angenommen, dass Geboosterte und Geimpfte in den meisten Fällen einen milden bis moderaten Krankheitsverlauf haben, wenn sie sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus anstecken. Das klingt erst einmal nicht so schlimm. Allerdings weicht die medizinische Definition von 'mild' und 'moderat' wohl leicht vom alltäglichen Sprachgebrauch ab.

Leichte Lungenentzündung kann als milder Verlauf gelten

Denn nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) umfasst eine milde Erkrankung ein breites Spektrum, nämlich all das, was sich auch ohne Krankenhausaufenthalt zu Hause auskurieren lässt. Das heißt, selbst eine leichte Lungenentzündung, die nicht mit einer niedrigeren Sauerstoffsättigung und Atemnot einhergeht, wird als mild oder moderat bezeichnet.

Der milde Verlauf kann sich also durchaus heftiger anfühlen als erwartet, dass weiß zum Beispiel auch Anna Mohn aus eigener Erfahrung, die zusammen mit ihrer Familie kürzlich an Covid-19 erkrankt ist. Wir krank sie sich tatsächlich gefühlt hat, hat sie unserer Reporterin Julia Polke erzählt.

"Gerade wir Eltern waren richtig krank und hatten Fieber, starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Halsschmerzen. Ich hatte so starke Übelkeit, dass ich eigentlich nur liegen bleiben konnte und dass war wirklich überraschend."
Anna Mohn und ihre Familie ist kürzlich an Covid-19 erkrankt
Wenn wir uns zu Hause in der Quarantäne befinden, um uns auszukurieren, kann es hilfreich sein, dass wir das nötigste da haben, um Symptome möglicherweise abzumildern und uns den Krankheitsverlauf so angenehm wie möglich zu machen.

Uns ausreichend mit Vitaminen durch frisches Obst und Gemüse zu versorgen, ist beispielsweise das Naheliegendste. Aber wer zum Beispiel schon einmal eine Grippe hatte, weiß, dass einem das den Appetit verschlagen kann.

Ausreichend trinken

Wichtig ist daher vor allem, viel zu trinken. Und da – empfehlen Experten und Expertinnen nicht nur Wasser und Tee zu sich zu nehmen, sondern auch etwas Brühe aufzukochen oder etwas Zucker in das Wasser mischen. Damit könnt ihr euren Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen und dafür sorgen, dass er die Flüssigkeit besser aufnehmen kann.

Quarantänevorrat: Konserven und fiebersenkende Medikamente

Unsere Reporterin Julia Polke hat außerdem mit Hans Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband gesprochen, der empfiehlt folgendes für die eigene Hausapotheke:

  • Ibuprofen und/oder Paracetamol
  • Nasentropfen und Taschentücher

Je nachdem, wer uns versorgen kann, rät er, auch ein paar Konserven in der Vorratskammer zu haben, damit man das Haus nicht verlassen muss.

Ein Pulsoxymeter, ein Gerät, das über die Fingerkuppe die Sauerstoffsättigung im Blut misst, oder ein Fieberthermometer hält er für die Ausstattung nicht für zwingend notwendig. Ein Pulsoxymeter nur in Absprache mit dem eigenen Arzt, falls eine Lungen- oder Herzerkrankung vorliegt.

"Für ein Pulsoxymeter würde ich auch keine generelle Empfehlung aussprechen, sondern das ist etwas, was der Arzt individuell mit einem Patienten, der unter Umständen ne Hochrisikokonstellation hat, weil er eine Lungen- oder eine Herzerkrankung hat. Aber das sind in der Tat Einzelfälle.“
Hans Michael Mühlenfeld, Deutscher Hausärzteverband

Wann wir einen Arzt kontaktieren sollten

Die notwendige Grundausstattung für die Hausapotheke ist im Fall einer moderaten Covid-19-Erkrankung also überschaubar. Insgesamt solltet ihr im Verlauf der Krankheit aber auch beobachten, ob sich Symptome möglicherweise verschlimmern.

Bei folgenden Symptomen rät Hans Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband eine Ärztin oder einen Arzt zu konsultieren:

  • bei dem Gefühl, schlecht Luft zu bekommen
  • wenn sich der Kreislauf meldet, beispielsweise Schwindelgefühle
  • wenn der Puls im Ruhezustand über 100 liegt
  • Blaufärbung der Haut an den Fingerspitzen, den Ohren oder Lippen
  • wenn ihr deutlich häufiger als 20 Mal pro Minute ein- und ausatmet
  • wenn ihr Schwierigkeiten habt, wach zu bleiben

Die letzten drei Symptome könnten ein Hinweis darauf sein, dass der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist und ärztliche Hilfe benötigt wird.

Grundsätzlich gilt: Regelmäßiges Lüften ist wichtig, vor allem, wenn wir mit anderen Menschen zusammenleben. Auch ein bisschen Sonne an die Haut zu lassen, ist gut für unseren Vitamin-D-Haushalt. Ein bisschen Bewegung kann unseren Kreislauf unterstützen und vorbeugend gegen Muskelabbau und Thrombose helfen. Bewegen sollte ihr euch aber moderat, da während einer Viruserkrankung beispielsweise eine Herzmuskelentzündung nicht ausgeschlossen werden kann.