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Für seinen Corona-Impfstoff hat der Pharmaziekonzern Johnson & Johnson in den USA eine Notfallzulassung beantragt. Geht die durch, möchte das Unternehmen auch in der EU die Zulassung beantragen. 400 Millionen Dosen des Impfstoffs könnten geliefert werden.

Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Coronavirus-Impfstoff von Johnson & Johnson schon seit Dezember 2020 im Blick. Seitdem prüft sie immer wieder Daten über den Impfstoff, wie die sogenannte Phase-III-Studie mit knapp 44.000 Probanden.

Die Zwischenauswertung zeige, dass der Coronavirus-Impfstoff 28 Tage nach der Impfung eine Wirksamkeit von 66 Prozent habe, mäßig bis schwere Covid-19-Erkrankungen zu verhindern, so der US-Konzern. Bei schweren Erkrankungen, die etwa im Krankenhaus behandelt werden, liege die Wirksamkeit bei 85 Prozent.

Zu 66 Prozent wirksam

Für ihre Phase-III-Studie wurde der Impfstoff in verschiedenen Ländern getestet. Neben den USA und Lateinamerika haben sich auch Probanden in Südafrika das Vakzine von Johnson & Johnson impfen lassen. Die Wirksamkeit dort beträgt 57 Prozent.

Für die Coronavirus-Mutation B.1.351, die besonders in Südafrika verbreitet ist, bedeutet das: Der Impfstoff wirkt gut, auch wenn die Mutante vergleichsweise schlechter zu neutralisieren ist, erklärt Carsten Watzl, Leiter des Forschungsbereichs Immunologie an der Technischen Universität Dortmund.

Eine Dosis schützt einen Menschen

Damit der Impfstoff des US-Konzerns seine Wirksamkeit erreicht, ist nur eine Impfung notwendig - nicht wie bei anderen Impfstoffen zwei. Es handelt sich um einen Vektorimpfstoff, der bei Kühlschranktemperatur transportiert und gelagert werden kann.

Unklar ist bislang, wie lange die Wirksamkeit bei nur einer Impfung anhält. Denn: Die zweite Dosis eines Impfstoffs hat oft einen verstärkenden Effekt, sagt Carsten Watzl, das schützt auch länger.

"Was wir bei Johnson&Johnson nicht wissen, ist, wie lange der Schutz wirklich anhält. Es könnte sein, dass er nach der ersten Impfung schon effektiv ist, aber dann vielleicht schneller abfällt als bei anderen, die auf zwei Impfungen beruhen."
Carsten Watzl, Leiter des Forschungsbereichs Immunologie an der Technischen Universität Dortmund

Was die Sicherheit angeht, sei das Vakzine von Johnson & Johnson mit dem von Astra-Zenca vergleichbar. Schwere Nebenwirkungen blieben aus, der US-Konzern erwähnt nur induzierte Nebenwirkungen, also grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Fieber. Die entstehen, weil der Impfstoff eine Immunreaktion auslöst, erklärt der Immunologe.

Bei einem anderen Impfstoff des US-Konzerns gegen Ebola habe Johnson & Johnson die gleiche Technologie für das Vakzine verwendet. Hier zeigte sich bei über 200.000 geimpften Menschen, dass der Impfstoff sicher sei.

Impfstoff soll in der ersten Jahreshälfte kommen

Die US-Arzneimittelbehörde plant ein Treffen ihres unabhängigen Beratungsausschusses für den 26. Februar, der im Anschluss eine Empfehlung abgibt. Kurz danach könnte eine Zulassung in den USA folgen. Johnson & Johnson rechnet mit einer ersten Auslieferung des Impfstoffs in der ersten Hälfte von 2021.