Die Zahl der Coronainfektionen erreicht täglich neue Höchstwerte. Um uns sicher zu fühlen, können wir schnell Corona-Schnelltests machen. Doch nicht in allen Fällen seien sie zuverlässig, sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Er erklärt, wie wir etwas mehr Sicherheit beim Testen bekommen.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat im Verbund mit Forschenden anderer Institutionen 122 Antigen-Schnelltests auf ihre Zuverlässigkeit überprüft. Dabei geht es vor allem um die Sensitivität – also, wie gut der Test in der Lage ist, das Virus nachzuweisen, heißt es in einer Pressemitteilung dazu.

Antigen-Schnelltest: Ein geringer Teil fällt durch

96 Tests erfüllen ein Kriterium, mit dem hochinfektiöse Menschen detektiert werden können, sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Wenige Tests hätten eine sehr hohe Sensitivität und würden eine Viruslast nachweisen, auch wenn diese nicht mit einer hohen Infektiosität einhergehe. Ein geringer Teil sei dagegen komplett durchgefallen und habe selbst hochinfektiöse Personen nicht positiv getestet.

"Ein geringer Anteil ist komplett durchgefallen. Die haben selbst diese hochinfektiösen Patienten nicht positiv getestet."
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

In den ersten ein bis zwei Krankheitstagen, wenn Symptome spürbar sind, sei die Viruslast im Nasen- und Rachenraum relativ hoch und gut nachweisbar. Problematischer seien die Tage davor – die sogenannte präsymptomatische Phase, wenn Infizierte noch keine Symptome spüren. Gute Schnelltests, die richtig durchgeführt werden, würden auch in dieser frühen symptomlosen Phase funktionieren. Es gebe aber eine ganze Reihe Schnelltests, die das nicht könnten.

Ungeimpfte mit höherer Virenlast

Bei manchen Tests kann es sein, dass die zweite rote Linie, die ein positives Ergebnis anzeigt, in der Sichtbarkeit variiert. Die Intensität der roten Linie hänge in den meisten Fällen mit der Virenlast zuammen, sagt der Virologe. Doch auch wenn die zweite Linien nur schwach erkennbar sei, bedeute das schon eine Infektkion.

"Pauschal zu sagen, Geimpfte könnte man mit Schnelltests nicht erfassen, ist so nicht richtig."
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

Im Regelfall sei es so, dass Ungeimpfte eine deutlich höhere Viruslast haben als geimpfte Personen, sagt Jonas Schmidt-Chanasit. Die Virenlast bei Geimpften reiche aber aus, dass die besten Schnelltests positiv anschlagen. Pauschal zu sagen, dass die Tests bei geimpften Personen nicht funktionieren würden, sei nicht korrekt.

Sequentielle Schnelltests bringen mehr Sicherheit

Für mehr Sicherheit beim Testen empfiehlt der Virologe, sich nicht erst kurz vor einem bestimmten Anlass zu testen, sondern die Tests in einer Woche mehrmals zu wiederholen. Auch sollten wir uns nicht erst kurz vor einem Familien- oder Kinobesuch testen, sondern bereits am Tag davor ein- bis zweimal.

Ein negatives Ergebnis, so der Virologe, gebe nur für einen sehr kurzen Zeitraum Sicherheit, etwa zwei bis drei Stunden. Ein wiederholter Schnelltest, ein sogenannter sequenzieller Schnelltest, erhöhe die Sicherheit deutlich.