Alte Menschen sind durch das Corona-Virus stärker gefährdet. Viele von ihnen leben in Pflegeheimen, und für die stellt die Pandemie nun eine ganz besondere Herausforderung dar.

Halle an der Saale ist eine Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern. Hier hat die Verwaltung zum ersten Mal in Deutschland entschieden, dass Schulen und Kindergärten geschlossen bleiben sollen. Und hier arbeitet auch Susanne Pfeuffer. Sie ist Pflegedienstleiterin und Hygienebeauftragte im Haus der Generationen. Hier im Altenheim gibt es 60 Plätze für Seniorinnen und Senioren.

Keine Besuche mehr im Pflegeheim

Susanne Pfeuffer hat eine Warnung ausgesprochen: Bitte kommen sie ihre Verwandten im Altenheim nicht mehr besuchen. So soll die Ausbreitung im Haus der Generationen eingedämmt werden. "Viele Angehörige reagieren total mit Verständnis", sagt die Pflegedienstleiterin. Andere hätten aber kein Einsehen mit dieser Vorsichtsmaßnahme. Sie begründen: Meine Mutter, mein Vater ist schon sehr alt - wer weiß, ob ich sie dann überhaupt noch einmal sehen kann.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner hätten auch Angst, dass Corona im Pflegeheim Einzug halten könnte, sagt Susanne Pfeuffer. Sie und ihr Team hätten da viel Aufklärungsarbeit zu leisten, was müssen sie beachten, welche Hygieneregeln sind wichtig, wie sollen die Hände ideal gewaschen werden und so weiter. Aber: "Sie wollen nicht auf die Besuche verzichten."

"Unsere Bewohnerinnen und Bewohner wollen nicht auf Besuche verzichten."
Susanne Pfeuffer, Pflegedienstleiterin und Hygienebeauftragte im Haus der Generationen in Halle/Saale

Grundsätzlich sei die Arbeit anspruchsvoll geworden, spätestens seit die Schulen und Kitas geschlossen sind, sagt Susanne Pfeuffer. "Wir gucken, wie wir unsere Mitarbeiter unterstützen können, dass sie ihre Kinder versorgen lassen können oder selber versorgen." Dienstpläne müssten flexibel gestaltet werden.

Ansonsten sei das Team gut vorbereitet: Ein bestehender Pandemie-Plan zur Influenza sei auf Corona angepasst worden. "Da sind wir gut aufgestellt."

"Wir sind gut vorbereitet."
Susanne Pfeuffer, Pflegedienstleiterin und Hygienebeauftragte im Haus der Generationen in Halle/Saale

Was aber fehlt: Schutzausrüstung. Zwar gebe es einen gewissen Vorrat. "Wenn aber Corona bei uns Einzug hält, ist der Vorrat an Schutzausrüstung irgendwann aufgebraucht", sagt Susanne Pfeuffer. Handschuhe, Atemschutzmasken, Mundschutz, Schutzkittel könnten knapp werden.