Drei Millionen Menschen haben sich inzwischen mit dem Coronavirus infiziert. Die Dunkelziffer liegt natürlich noch viel höher. Trotzdem ist es für viele gerade ein großes Thema, ob und wo wir 2020 noch Urlaub machen können. Wir suchen nach Antworten.

Nach wie vor gilt die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Und gerade erst (27.04. im ZDF) hat Außenminister Heiko Maas noch mal betont, dass er überhaupt nicht absehen kann, ob diese demnächst aufgehoben werden kann. Maas sah dabei aus, als fände er es total abwegig, gerade jetzt über Urlaub zu reden, sagt Matthias Wurms aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion. In sehr vielen Ländern gelten zudem noch immer viel strengere Ausgangsbeschränkungen als bei uns.

"Träumen ist erlaubt. Aber weit weg, geht es in diesem Jahr sicher nicht."
Matthias Wurms, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

In einigen Ländern wurden jetzt aber Lockerungen angekündigt – in Spanien und Frankreich zum Beispiel. In Italien geht es erst mal darum, dass die Italiener selbst wieder in ihrem Land reisen dürfen. Oder dass die Restaurants wenigstens außer Haus verkaufen dürfen, was in Deutschland ja schön möglich ist.

Hotels in Österreich dürfen am 29. Mai öffnen

Die Regierung Österreichs hat inzwischen praktisch schon wieder Urlauber eingeladen. Und auch in den Niederlanden machen viele Campingplätze im Mai wieder auf. Problem: Dort sind viele Strände noch gesperrt.

Momentan gilt in Deutschland die Regel: Wer drei Tage im Ausland war, muss automatisch 14 Tage in Quarantäne. Es ist denkbar, dass einzelne Länder hier untereinander Vereinbarungen treffen. Außenminister Maas bevorzugt hier aber eine europäische Lösung.

"Vielleicht wird 2020 das Jahr der Spontanurlaube."
Matthias Wurms, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Dass wir in Deutschland bleiben, ist die wahrscheinlichste Variante. Aktuell dürfen Hotels und Ferienwohnungen nur Geschäftsreisende aufnehmen. Und Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern lassen gar keine Touristen ins Land. Inzwischen haben die beiden norddeutschen Länder aber angekündigt, ab Mai zumindest Dauercamper sowie Besitzer einer eigenen Ferienwohnung wieder einreisen zu lassen.

Bettenmangel in deutschen Urlaubsregionen?

Im Sommer könnte das dann auch wieder mit den anderen Urlaubern klappen, glaubt Matthias Wurms. Das Problem: Es könnte voll werden – zumal, wenn Hotels wegen der Abstandsregeln vielleicht nur einen Teil ihrer Zimmer anbieten dürfen.

"Normalerweise gehen zwei Drittel der deutschen Urlaube ins Ausland. Es könnte 2020 also sehr eng werden an der deutschen Nord- und Ostsee."
Matthias Wurms, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Viele Hotels werden sich freuen, wenn sie überhaupt wieder Gäste aufnehmen dürfen. Nicht wenigen droht die Pleite. Der Tourismusbranche geht es sehr schlecht: Hotels, Pensionen, Reisebüros. Seit Wochen werden quasi ausschließlich Stornierungen abgearbeitet.

AirBnB: Börsengang in Gefahr

Privatunterkünfte zu mieten wird tendenziell unproblematischer funktionieren als der Urlaub im großen Hotelkomplex mit riesigen Frühstücksräumen und Bar. Doch natürlich hat auch die Plattform AirBnB durch Corona drastische Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Der Finanzdienst Bloomberg meldete bereits für die letzten Monate 2019 schlechte Zahlen: Das Minus soll sich im Vergleich zu 2018 nahezu verdoppelt haben. Dazu kommt jetzt noch der Corona-Rückgang. Für das US-Unternehmen kommt das zur Unzeit, weil AirBnB in diesem Jahr an die Börse gehen will. Es bleibt abzuwarten, ob das 2020 tatsächlich geschehen wird.

Neues Reinigungskonzept gegen Corona

Auf Corona hat AirBnB mit einer neuen Reinigungs-Strategie reagiert: Ab Mai müssen zwischen Auszug des einen Gastes und Einzug des nächsten 24 Stunden liegen – damit auch die letzten Viren abgetötet sind. Das Konzept wurde jetzt auf dem Unternehmensblog erläutert. Hintergrund sind Empfehlungen der US-Seuchenbehörde CDC. Neben der 24-Stunden-Regel gehört zu den Vorschriften auch, dass das Reinigungspersonal persönliche Schutzmaßnahmen wie spezielle Masken und Handschuhe verwenden muss.

Die Unterkünfte, die sich an die verschärften Anforderungen halten, werden in der Trefferliste gekennzeichnet. Wer sich nicht an diese strengeren Vorschriften halten möchte, dessen Unterkunft wird automatisch zwischen zwei Buchungen 72 Stunden blockiert. Dort reinigt dann sozusagen der Faktor Zeit.