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Sowohl die neue Version der Corona-Warn-App, die im April kommen soll, als auch die Luca-App, die gerade mehrere Bundesländer angeschafft haben, arbeiten mit QR-Codes. Trotzdem haben beide ihren Sinn und ihre Berechtigung, auch wenn ihr sie parallel benutzt.

Deutschland geht in den Oster-Lockdown. Anschließend soll zeitnah eine neue Version der Corona-Warn-App (CWA) zur Aktualisierung bereitstehen. Noch im April soll sie mit einer Funktion für QR-Codes ausgestattet werden, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Doch eine QR-Code-basierte Anwendung ist auch die Luca-App, die sich gerade mehrere Bundesländer zugelegt haben.

"Die Corona-Warn-App soll uns vor allem bei privaten Treffen und auf der Arbeit schützen. Die Luca-App wiederum entlastet Restaurants, Friseure oder Veranstalter."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Mit der neuen Version der CWA wird die Luca-App aber trotzdem nicht überflüssig, sagt unser Netzreporter Andreas Noll. Weil beide anders funktionieren bzw. andere Schwerpunkte haben: Die CWA soll uns vor allem bei - irgendwann mal wieder möglichen - größeren privaten Treffen oder bei der Arbeit besser schützen. Die Luca-App wiederum entlastet Restaurants, Friseure oder Veranstalter bei der Dokumentationspflicht, die bislang vor allem mit Bleistift und Zetteln erfüllt wird.

Verwirrungspotential vorhanden

Die Gefahr, dass Verwirrung aufkommt, besteht aber durchaus, sagt Andreas Noll. Denn beide Apps sollen die gleichen QR-Codes lesen können. Nutzerinnen und Nutzer sollten also zumindest wissen, welche App für was eingesetzt werden kann.

In den kommenden Wochen wird also wohl viel Aufklärungsarbeit nötig sein. Die Verantwortlichen müssen klar kommunizieren, welche App wann zu nutzen ist. Unser Netzreporter hofft, dass die Parallelnutzung beider Apps das Chaos bei der elektronischen Kontaktverfolgung nicht noch vergrößert. Die Befürchtung gibt es durchaus, zumal die Kritik an der CWA – trotz 26 Millionen Downloads – nicht nachlässt.

Anonymität bei der CWA

Wichtig: Die CWA bleibt auch nach dem Update ein dezentrales System, das das Gesundheitsamt nicht mit Namen oder Telefonnummern von Kontaktpersonen versorgt. Das Update sorgt lediglich dafür, dass ihr selbst vor einer möglichen Corona-Gefahr gewarnt werdet, wenn ihr euch an einem entsprechenden Ort via QR-Code ein- und ausgecheckt habt. Es bleibt trotzdem weiterhin eure eigene Entscheidung, ob ihr euch bei einer Warnung testen lasst oder nicht. Das Gesundheitsamt erfährt von eurer Anwesenheit nichts.

Luca: Vorteile, aber auch Kritik

Nach dem April-Update wird die CWA-Alarmierung zwar intelligenter, glaubt unser Netzreporter. Dass das ein Gamechanger für die Pandemiebekämpfung wird, denkt er aber nicht. Bei der Luca-App hingegen werden die Gesundheitsämter mit den Telefonnummern der Kontakte versorgt. Diese App könnte - wenn alles gut läuft - die Kontaktverfolgung also durchaus beschleunigen. Die ersten Verträge wurden von einigen Bundesländern bereits unterzeichnet. Gut 100 von 375 Gesundheitsämtern sind an die App angeschlossen - weitere sollen folgen.

"Forschende haben einige Szenarien beschrieben, in denen die Daten der Luca-Nutzenden eben nicht geschützt wären."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Doch auch an Luca gibt es Kritik: Forschende der Ecole Polytechnique in Lausanne haben die App einem Sicherheitstest unterzogen und mehrere Kritikpunkte gefunden. Die Studie wurde allerdings noch nicht von unabhängigen Fachleuten überprüft. Der zentrale Kritikpunkt ist der Datenschutz. Es hängt nämlich von der Absicherung des zentralen Servers ab, ob die eigenen Kontaktdaten sicher sind oder nicht. Das Forscherteam hat einige Szenarien beschrieben, in denen die Daten der App-Nutzer eben nicht geschützt wären. Das Luca-Programmierteam will die Studie jetzt zum Anlass nehmen, um die Sicherheit der App zu erhöhen.